Rezension | Elena Ferrante – Die Geschichte der getrennten Wege

»Ich hatte mich ihr zugerechnet, und ich fühlte mich verstümmelt, sobald ich mich ihr entzog. Nicht ein Einfall ohne Lila. Nicht ein Gedanke, auf den ich ohne den Rückhalt ihrer Gedanken vertraute. Nicht ein Bild. Ich musste mich ausserhalb von ihr akzeptieren.«
– aus „Die Geschichte der getrennten Wege“ S.360-361 

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Rezension | Kent Haruf – Lied der Weite

»Bobby schaute aus dem Fenster. Er sagte: Vielleicht wollte keiner den anderen verlassen.
Guthrie warf ihm einen Blick zu. Schon möglich, sagte er. Vielleicht ist es so gewesen, mein Sohn.« – Lied der Weite, S. 91

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Rezension | Pascal Mercier – Nachtzug nach Lissabon

»Wann war jemand er selbst? Wenn er so war wie immer? So, wie er sich selbst sah? Oder so, wie er war, wenn die glühende Lava der Gedanken und Gefühle alle Lügen, Masken und Selbsttäuschungen unter sich begrub? Oft waren es die anderen, die beklagten, dass jemand nicht mehr er selbst sei. Vielleicht hiess es dann in Wirklichkeit: Er ist nicht mehr so, wie wir ihn gerne hätten?« (S.467)

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Rezension | Toril Brekke – Die Frauen vom Fjord

»Sanna lebte in ihrer eigenen Welt. Sie lebte in ihren Romanen. Sie lebte in der biblischen Geschichte. Sie sprach in Gedanken mit den Personen, über die sie las. Sie hörte nicht, wie das Kindermädchen im Nebenzimmer schimpfte. Sie hörte kaum, wie der Mann seine Nachkommen züchtigte.
Später im Winter bekam sie noch einen Sohn.« (S. 346)

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Rezension | Federica de Cesco – Die Traumjägerin

»Wir waren Jäger der Träume, verstört und aufgeregt, weil die vergangenen Leben, die in uns pochten, so mächtig waren. Weil die Stimmen von fern her kamen und wir sie zunehmend deutlicher hörten.« (S. 216)

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Rezension | Arja Lobsiger – Jonas bleibt

»Froh war Alice, dass sie dem Fluss endlich entfliehen konnte. Dem Wasser, das so unschuldig zwischen den Brückenpfeilern hindurchströmte. […] Niemand schien zu bemerken, dass dieser Fluss ein Mörder war. Hinterlistig hatte er das Kind verschluckt. Das Maul kaschiert mit einer Eisdecke.« (S. 31)

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Rezension | Lukas Holliger – Das kürzere Leben des Klaus Halm

»Und weil er darauf nichts mehr sagte, küsste sie Halm, der in den letzten Wochen selber bärtig geworden war, so kurz und endgültig auf die Nasenspitze, wie man ans Ende eines Satzes einen Punkt setzt.« (S.221)

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Rezension | Linne van Sythen – Wenn du mich endlich liebst

»Wieder las er Annas Brief. Wie nett sie ihm für seine Beratung wegen Pit und Mo dankte. Ähnlich wie Thomas. Bardo schürzte die Lippen. Aber wieder hatte sie nicht geschrieben, sie wolle ihn wiedertreffen. Hätte er sie anrufen sollen? Sollte er das heute Abend noch tun?« (S. 275)

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