Unterwegs | Finally, London!

Schon lange bin ich euch und vor allem auch mir den letzten Teil über unsere Südenglandreise schuldig. Und je länger ich diesen kleinen Bericht vor mir her schiebe, desto schwerer fällt es mir auch, ihn zu schreiben. Zum einen planen wir bereits unseren nächsten Urlaub und zum anderen verwischen die Ereignisse und liegen in weiter Ferne. Darum wird dieser Beitrag wohl auch kein klassischer Reisebericht, sondern viel eher eine kleine Aneinanderreihung von Fotos und Anekdoten.

Kulturschock par excellence!

Unsere Reise aus dem Dartmoor in Richtung London verlief gemächlich. Alles entlang der A303, die weder Überlandstrasse noch Autobahn sein will, vorbei an Stonehenge und in die Vororte von London. Unseren Autovermieter in Hounslow fanden wir auf anhieb und so ging es im Vergleich zur Ankunft relativ zügig an den Flughafen und von dort mit der Tube in die Innenstadt. Bis anhin hatten wir das Städtische und Lebendige noch gar nicht so wahrgenommen, als wir jedoch aus dem Londoner Untergrund wieder ans Tageslicht auftauchten, traf uns beinahe der Schlag.

The Shard

Unser Hotel lag an der Liverpool Street Station, mitten in der City of London. Umgeben von Hochhäusern, Bürotürmen und busy people schlängelten wir uns mit unseren riesigen Koffern durch die Strassen.
Unser Hotel war wenigstens nur ein paar Minuten vom Bahnhof und der Tube entfernt, so dass wir nicht lange den Geschäftsleuten mit unseren Koffern über die Füsse fuhren. Aber der Kulturschock war perfekt. Nach den schmalen Strassen und kleinen Dörfchen im Dartmoor waren wir mit dieser Grossstadt erst einmal überfordert.
Und nun? Das war die erste Frage, die wir uns nach dem Zimmerbezug stellten. Wir fühlten uns wirklich grad etwas müde und erschlagen von dieser lebendigen Stadt. Mein Mann nahm dann die Sache in die Hand, während meine Eltern und ich einfach auf dem Bett lümmelten und Salznüsschen vertilgten. Und so führte unser erster Weg Richtung London Bridge, da man von dort eine wunderbare Aussicht auf die Tower Bridge hat.

Also schlängelten wir uns erneut durch die geschäftigen Strassen. Diesmal zwar ohne die Koffer, etwas verloren fühlten wir uns aber dennoch. Überall gab es etwas zu sehen, dort eine riesige Baustelle, da ein Menschenauflauf beim Feierabendbier. Bis wir eine grandios aussehende Ladenpassage entdeckten, den Leadenhall Market

Leadenhall Market

Nicht nur, dass diese gedeckte Ladenpassage fantastisch ausschaut, kommt sie euch nicht auch etwas bekannt vor? Dieser gedeckte Markt ist nämlich nicht ganz unberühmt, Hagrids und Harrys Weg in den Tropfenden Kessel führt durch den Leadenhall Market. Und auch unser Weg führte uns natürlich durch diesen historischen Markt. Bereits im 14. Jahrhundert trafen sich hier Geflügel- und Käsehändler. 1881 wurde dann die Leadenhall aufwendig umgebaut und seitdem überspannt eine Überdachung aus Glas und Gusseisen die Gebäude.
Wir wollten allerdings noch weiter und so verliessen wir die Leadenhall durch den Hinterausgang, wenn man dies denn so nennen will. Einige Querstrassen weiter waren wir dann auch endlich bei der London Bridge und konnten die Aussicht und die Menschenmassen bestaunen. Bald schon meldete sich dann auch der Hunger, so dass wir gemütlich der Themse entlang Richtung Tower spazierten und uns in den dahinter gelegenen Docks ein unspektakuläres italienisches Restaurant suchten.

LondonWie die typischen Touris

Den zweiten Tag verbrachten wir dann wie die typischen Touris. Nach dem Frühstück spazierten wir wieder runter zum Tower (diesmal aber auf etwas direkterem Wege) und hielten Ausschau nach den Hop on – Hop off Stadtrundfahrten.  Und so kurvten wir eine ganze Weile durch die Innenstadt und liessen allerlei Sehenswürdigkeiten an uns vorbei ziehen. Das Parlament, Big Ben, die St. Pauls Cathedral, den Buckingham Palace und noch so einiges mehr. Bei der Westminster Abbey hatten wir dann doch etwas das Bedürfnis unsere Füsse zu vertreten und so stiegen wir aus und betrieben eine Runde Queueing, des Briten liebster Sport.

Die Kirche selbst muss ich gestehen hat uns jetzt nicht wahnsinnig umgehauen. Natürlich ist es spannend zu sehen, wo Stephen Hawking, Charles Dickens oder Charles Darwin begraben sind, allerdings strömen solche Touristenmassen durch diese Gemäuer, dass man gar nicht zu lange an einem Ort verweilen und geniessen kann, sondern immer wieder weiter geschoben wird. Da hat uns die Kathedrale von Canterbury wesentlich mehr beeindruckt.
Da das Wetter aufklarte, machten wir uns dann noch auf den Weg in den Hyde Park und die Kensington Gardens. Ich bin ja ein klein wenig verliebt in die öffentlichen Pärke der Briten und flaniere wahnsinnig gerne durch diese gepflegten Grünanlagen. So verbrachten wir auch einige Stunden in dem weitläufigen Park, mit einem Abstecher zum Kensington Palace.

Let’s go shopping!

Am letzten Tag in dieser Grossstadt wollten meine Mama und ich natürlich noch die restlichen britischen Pfund los werden. Logisch, oder? Also machten wir uns nach dem Frühstück auf in Richtung Covent Garden, da wir nicht nur shoppen, sondern auch etwas die tolle Architektur dieser Markthalle bewundern wollten.

Covent_Garden
Markthalle in Covent Garden

Meine Mama und ich waren dann auch absolut in unserem Element, während die Herren eher etwas gelangweilt hinter uns her schlurften und vor so manchem Geschäft warteten.
Covent Garden ist eigentlich ein ganzer Stadtbezirk von London, oft wird damit aber nur das Marktgelände gemeint. Würde man aber nur durch diese durchaus ansehnlichen Markthallen streifen, so würde man doch so manches verpassen. Auf unserem Einkaufsstreifzug entdeckten wir ein kleines Geschäft das nur Tim und Struppi Hefte verkaufte oder eine ganze Gasse voller Buchantiquariate. Es lohnt sich also ab und an etwas abseits der Hauptstrassen durch die Stadt zu streifen.
Den Herren wurde unsere Shopping-Lust aber bald schon zu viel, besonders mein Mann zeigte seinen Unwillen ziemlich deutlich. So zog er gegen Nachmittag dann alleine los und erkundete noch ein paar weitere Ecken dieser fantastischen Stadt.

Und wie schaut’s aus mit Food?

Tja, kulinarisch hat London für alle etwas zu bieten. Es gibt unzählige gute und weniger gute Restaurants und Pubs und je nach Stadtbezirk, in dem man seine Urlaubstage verbringt, sind das auch immer wieder andere. Wir bewegten uns kulinarisch rund um die Tower Bridge und entlang der Liverpool Street. So dinierten wir beispielsweise etwas gediegener im Butlers Wharf Chop House mit Blick auf die Themse und die Tower Bridge oder wieder ganz urchig im The Woodins Shades einem typisch britischen Pub.
Je nach Geschmack und Geldbeutel kann man in London also alles bekommen, am besten schaut ihr euch wirklich vor Ort nach geeigneten Pubs und Restaurants um. Ich fand die Empfehlungen aus dem Reiseführer eher schwierig, da sie oft wirklich grad am anderen Ende der Stadt lagen und wir für das Abendessen nicht nochmals eine halbe Weltreise auf uns nehmen wollten.

Das war es auch bereits von unseren Erlebnissen in London und dem Süden von England. Ich hoffe euch haben die Fotos, Tipps und Anekdoten gefallen. Bald schon beginnt dann unser nächstes Abenteuer, das uns nach Norwegen, Ålesund, Trondheim und diverse Nationalparks dazwischen, führen wird.

Parlament
Palace of Westminster
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