Blogparade | Meine Familie im #Vorlesefieber

Am 23. Mai findet zum ersten Mal der Schweizer Vorlesetag statt und aus diesem Grund hat Eliane vom Blog Mint & Malve in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien die Blogparade im #Vorlesefieber ins Leben gerufen.
Und natürlich lasse ich es mir nicht nehmen ebenfalls einen kleinen Beitrag beizusteuern, war das Vorlesen doch mein erster Kontakt mit Büchern. Ich erinnere mich noch gut an das allabendliche Ritual, wo mir meine Eltern aus verschiedenen Geschichten vorgelesen haben. So zauberte ich am Abend vor dem zu Bett gehen mit der kleinen Hexe, suchte zusammen mit Fridolin sein rotes Halsband oder fuhr mit Lukas dem Lokomotivführer durch Lummerland.
Diese innigen Momente waren sicherlich prägend für meine heutige Leidenschaft fürs Lesen und sie haben mir als Kind auch unendlich viel bedeutet. Im Bett zu kuscheln und gleichzeitig in fremde Abenteuer abzutauchen wurde für mich zu einem wichtigen Einschlaf-Ritual, sogar meine Oma kniete sich jeweils an mein Bett und las mir einige Seiten vor, wenn ich bei ihr in den Ferien war. Ich wage es gar zu behaupten, dass das Vorlesen den Erwachsenen ebenso wichtig war wie mir.
Darum habe ich in meiner Familie mal ein bisschen herum gefragt, welchen Platz das Vorlesen im Alltag einnimmt oder welche Erinnerungen damit verbunden werden. Heraus gekommen sind ein paar kurze, unterhaltsame Interviews, die vor allem eins zeigen, egal wie alt man ist, Vorlesen bereitet Freude, macht Spass und ist eine Bereicherung für alle.

»Das Vorlesen liess uns den Tag mit einem guten Gefühl beenden« – Astrid, 56 J.Vorlesen_1

Wurde dir als Kind vorgelesen?
Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, dass mir meine Eltern vorgelesen hätten und auch an die Vorlesebücher in der Schule habe ich keine Erinnerung.
Dein Papa meint, ihm sei von seinem Papa die Geschichte von Heidi vorgelesen worden. Sie hatten ein Silva-Buch. Damals konnte man Silva Punkte sammeln, mit welchen man allerlei Bücher beim Silva Verlag bestellen konnte. Dazu gab es jeweils noch Bildchen zum einkleben. Diese Bücher waren riesig, mindestens A4 gross und darum auch recht unhandlich. Zu Hause hatten wir ganz viele davon, Bildbände, aber auch Erzählbücher wie das Heidi, Tom Sawyer und Huckelberry Finn oder Onkel Toms Hütte. 

Welche Bücher habt ihr als Eltern am liebsten vorgelesen?
Dein Papa und ich hatten keine Lieblingsbücher was das Vorlesen betraf, wir lasen alles gerne vor!
Als du noch klein warst, liebtest du das Albertli-Buch von Albert Manser. Das hast du ganz oft mit deinem Papa angeschaut und ab und an hast du es auch ihm erzählt und er hat dir zu gehört. Schellenursli gehörte auch zu deinen Lieblingen, das Tonbandkassettli dazu lief rauf und runter. Pingu, Der kleine Eisbär und den Regenbogenfisch mochtest du auch sehr gerne.
Als du etwas älter wurdest lasen wir dir dann Die kleine Hexe, Das kleine Gespenst, Räuber Hotzenplotz oder Fridolin vor. Die Bücher von Astrid Lindgren hast du dann bereits selbst gelesen.

Was bedeutete euch das Vorlesen?
Dazu kommen uns folgende Stichworte in den Sinn, Zeit miteinander zu verbringen, die Nähe geniessen, zusammen im Bett oder auf dem Sofa kuscheln, gemeinsam in eine andere Welt eintauchen, die Fantasie anregen und das wichtigste überhaupt, den Tag mit einem guten Gefühl abschliessen.

»Es ist schön, wenn Mama und Papa am Abend noch etwas Zeit für uns haben.« – Niklas, 11 J. und Zoë, 8 J.

Habt ihr Lieblingsbücher, die euch Mama und Papa am Abend vorlesen?
Zoë: Nein, eigentlich nicht, ich mag alle Bücher, die mir Mama und Papa vorlesen. Sie dürfen einfach nicht zu gruselig sein. In dem Buch, dass mir Papa gerade vorliest, kommen Wölfe vor. Jetzt mag ich es nicht mehr.
Niklas: Ich habe auch keine Lieblingsbücher. Besonders gemocht habe ich aber Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt. Das Fliewatüüt kann fliegen, auf dem Wasser schwimmen und über das Land fahren. Das ist mega cool!
Zoë: Oh ja! Das Fliewatüüt mag ich auch! Vorlesen_2

Was ist das Beste am vorlesen?
Zoë: Ich höre gerne zu und mag es, wenn Papa Geschichten erfindet. In diesen Geschichten kommt Fee Mirabell vor und der Zwerg Zipf und auch eine Wasserhexe, die so alt ist, dass alle ihren Namen vergessen haben.
Niklas: Ich höre auch gerne Geschichten. Ausser wenn ich schlafen möchte, dann nervt das Vorlesen. Aber es ist schön, wenn Papa und Mama am Abend noch etwas Zeit für uns haben.

Lest ihr auch manchmal selbst Bücher?
Niklas:
Nicht so oft. Ich bin lieber draussen auf dem Trampolin oder am Basteln. Ich habe erst zwei Bücher vom Tiger-Team gelesen, da kann ich mit rätseln und helfen, den Fall zu lösen.
Zoë: Ich lasse mir lieber vorlesen.
Niklas: Aber die Pixie Büchlein könntest du auch selbst lesen.
Zoë: Ja, könnte ich…

»Viele Bücher, die ich als Kind gern hatte, gebe ich nun an meine Kinder weiter.« – Friedrich, 50 J.

Wenn dir deine Eltern vorgelesen haben, welches Buch mochtest du da am liebsten?
Ich kann mich nicht mehr gross erinnern, was mir alles vorgelesen wurde, aber dass meine Mutter mir vorgelesen hat, das weiss ich noch. Sie ist immer bei mir auf den Bettrand gesessen und hat sich am Abend Zeit für mich genommen. Ich kann mich nur noch an Jim Knopf und Urmel erinnern. Das waren meine Bücher, die habe ich geliebt. 

Welches Buch liest du als Vater am liebsten vor?
Was ich sehr gerne vorgelesen habe, war Jim Knopf. Den haben wir bestimmt drei mal erzählt. Auch Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt fand ich selbst mega läss. Zoë mag besonders Liliane Susewind und Die magische Zoohandlung. Die lese ich auch sehr gerne vor.
Viele Bücher, die ich als Kind sehr gern hatte, gebe ich nun auch an meine Kinder weiter, wie zum Beispiel Jim Knopf. Manchmal würde ich mir wünschen, es gäbe von diesen Büchern neue Bände, so wie es mit Räuber Hotzenplotz jetzt ja passiert. 

Was bedeutet dir die Vorlesezeit mit deinen Kindern?
Zum einen ist es ein Lesetraining für mich, da ich Legastheniker bin und selbst Mühe habe mit Lesen und Vorlesen. Zum anderen ist es auch einfach schön, Zeit zu haben miteinander, etwas runter zu fahren und den Tag ausklingen zu lassen. Es macht uns allen Freude, diese Zeit miteinander zu verbringen.


Vorlesen braucht deine Stimme!

Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in Vorlesetageiner Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt!

Der vomSchweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben.

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Einen herzlichen Dank geht an meine Mutter Astrid, meinen Onkel Friedrich und seine Kinder Niklas und Zoë für die Bereitschaft zu diesen kurzen Interviews und die Erlaubnis diese zusammen mit den Fotos auf Livricieux zu veröffentlichen. 


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