Montagsfrage | #40 – Die Sache mit dem eigenen Buch

Ist es wirklich wahr, starten wir an diesem Montag bereits in die letzte Märzwoche? Ich habe das Gefühl, die Zeit fliegt nur so an mir vorbei und ich komme gar nicht nach mit hinter her gucken. Wie gut gibt es die Montagsfrage vom Buchfresserchen, so kann ich wenigstens am Montagvormittag etwas inne halten und mir Gedanken zu einem Thema machen. Und heute ist es besonders spannend.

Wenn du schon mal daran gedacht hast ein Buch zu schreiben, welches Genre wäre es?

Als kleines Mädchen habe ich jeweils in die Freundschaftsbücher meiner Freundinnen als Berufswunsch Autorin geschrieben. Lange Zeit mochte ich die Deutschstunden am liebsten, besonders wenn wir Aufsätze und Geschichten schreiben konnten. Ganz oft setzte ich mich auch in der Freizeit an unseren ersten Familien-PC und verfasste kleine Geschichten, die ich mir ausdruckte und nachträglich noch mit einem passenden Bild verzierte. Ich hatte einen ganzen Ordner voll davon. 
Mit zunehmendem Alter rückte dieser Wunsch aber mehr und mehr in den Hintergrund. Spätestens am Gymnasium holte mich mein Deutschlehrer (der auch noch Professor für Philosophie war) auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch wenn Lehrer objektiv bewerten sollen, so glaube ich, dass doch jeder seine Vorlieben hat und meine Aufsätze und Essays gehörten wohl definitiv nicht zu seinen Favoriten. Meine Ideen und Gedanken schienen nie gut und tiefgründig genug, irgendwo gab es immer einen Logikfehler oder ich schritt zu schnell voran. Das hat mich dann doch ein ums andere Mal herb enttäuscht. Und so wurde aus dem Wunsch Autorin zu werden, der Wunsch stattdessen Lehrerin, Physiotherapeutin oder Gitarristin zu werden. Wobei ich bei letzterem auch wieder arg auf die Nase fiel, aber das ist eine andere Geschichte.
So rückblickend klingt das vielleicht ein bisschen hart und mein Deutschlehrer kommt nicht gerade gut weg. Ich glaube aber viel mehr, dass er einfach meine Grenzen erkannt hatte und ich mit dem Aufbau und Entwicklung einer kompletten Geschichte ich total überfordert gewesen wäre. 

Und um ehrlich zu sein, ich wäre es wohl heute noch. Würde ich ein Buch schreiben, so wäre es wohl im Bereich der Gegenwartsliteratur anzusiedeln, vielleicht mit ein wenig historischem Hintergrund, oder einem grossem Familiengeheimnis. Letztlich würde ich aber wohl an der ganzen Plottentwicklung und dem Aufbau für eine gelungene Geschichte scheitern. Meine Charaktere würden mir in der Hälfte des Buches vertleiden und an meinen eigenen Ansprüchen bezüglich Tiefgründigkeit und Spannung würde ich wohl auch verzweifeln.
Da ist es besser, wenn ich auf der anderen Seite bleibe, der Seite der Leserin und die unglaublich tollen, spannenden und tiefgründigen Werke anderer, talentierteren Autorinnen und Autoren lese.

Habt ihr euch auch schon Gedanken darüber gemacht, was für ein Buch ihr wohl schreiben würdet? In welchem Genre würdet ihr es ansiedeln?

Advertisements