Unterwegs | prähistorische Küstenabschnitte und ein schmuddeliges B&B

Nach unseren Abenteuern in Brighton und Umgebung zog es uns weiter nach Weymouth, in ein malerisches Küstenstädtchen mit einer wunderschönen Strandpromenade. An diese Promenade reihte sich Hotel an Hotel, dazwischen immer mal wieder ein B&B oder ein Restaurant. Und auch unsere Unterkunft lag an dieser belebten Strasse.

Ein B&B, dass seine vier Sterne nicht verdient

weymouth_4Ich glaube, hier in Weymouth war irgendwie der Tiefpunkt unserer Reise. Wir waren bereits seit einer Woche unterwegs, müde und nicht ganz auf der Höhe unserer (gesundheitlichen) Kräfte. Und so war es wohl auch nicht weiter verwunderlich, dass wir beim Anblick unseres B&B’s nicht gerade ins Schwärmen gerieten. Von Aussen sah das Haus noch ganz ansehnlich aus, aber drinnen war es dann einfach nur alt und verlebt und auch etwas schmuddelig. Der Teppichboden hatte Flecken, die Wasserhähne im Bad waren verkalkt und auch die Fliesen in der Dusche hatten wohl noch nie einen Lappen gesehen. Meine Mama, die ja beruflich aus der Hauswirtschaft kommt und weiss, was putzen und Sauberkeit heisst, war etwas geschockt. So war das erste, was wir nach unserer Ankunft taten, zu reklamieren und eine erneute Reinigung der Zimmer zu verlangen. Nicht das, was man sich nach einem langen und ereignisreichen Tag am Durdle Door wünscht. Die Reinigung wurde dann auch prompt erledigt, der schmuddelige und verlebte Eindruck bleib.

Felsen, Wolken und Meer

Aber genug von unserem persönlichen B&B Schock. Wenden wir uns lieber den schönen und erfreulichen Dingen zu. Auf unserem Weg von Brighton kamen wir nämlich grad an ein paar interessanten Küstenabschnitten vorbei und so machten wir einen Zwischenhalt beim Lulworth Cove und dem Durdle Door.

durdle_door_1

Das Durdle Door ist eine natürlich entstandene Felesenbrücke aus Kalkstein. Sein Name geht auf das altenglische thirl ‚Bohrloch‘, ‚Durchbohrung‘ zurück. Das Durdle Door liegt an der Jurassic Coast, einer eindrücklichen Klippenlandschaft, die zum UNESCO Weltnaturerbe zählt.
Besonders im Sommer finden sich hier viele Touristen aber auch Einheimische, die sich am Badestrand ein Bad im kühlen Nass gönnen. Auch wir waren nicht alleine am Strand und konnten den einen oder anderen unerschrockenen Menschen beim Bad im Meer beobachten. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, die Wassertemperatur ebenfalls zu testen und hielt mutig meinen grossen Zeh in die eisigen Fluten. Brrrrr!

Unweit vom Durdle Door (eigentlich nur einmal über einen Klippenrücken rüber) befindet sich die Lulworth Cove, die kleine Bucht von Lulworth, die einen perfekten natürlichen Hafen bildet. Auf dem Bild oben links könnt ihr die Bucht sehen. Wir hatten an diesem Tag leider etwas Wetterpech und wurden von einem Gewitter fürchterlich verregnet, dennoch war die Bucht den kurzen Besuch wert.
Bei etwas besserem Wetter wäre es sicher wunderschön gewesen einen Teil des Weges auf dem South West Coast Path zu laufen, einem Küstenwanderweg und Teil des National Trail der an den Küsten der Grafschaften Somerset, Devon, Cornwall und Dorset entlang führt. Aber so, mit dem nächsten Gewitterregen im Anzug, machten wir halt nur einen kurzen Stop.

Ein weiterer Küstenabschnitt der Jurassic Coast den wir uns nicht entgehen liessen, waren die Old Harry Rocks. Ihr merkt, bis dahin waren wir auf unserer Reise ganz oft an Küsten und Klippen unterwegs, da uns diese prähistorischen Formationen einfach faszinieren. Und natürlich auch, weil meine Eltern sich auch gewünscht hatten, etwas am Meer zu sein. Denn wenn der Schweiz manchmal etwas fehlt, so doch das Meer (nicht immer, aber manchmal).
jurassic_coastAm nächsten Tag jedenfalls fuhren wir auf die Isle of Purbeck um uns die Old Harry Rocks anzusehen, zwei berühmte Kreidesäulen, die ebenfalls Teil der Jurassic Coast sind. Old Harry ist übrigens ein verbreiteter Name für den Teufel in Grossbritannien.
Jurassic Coast heisst übersetzt so viel wie „Jura-Küste“ und hat mit dem Film Jurassic Park nicht wirklich viel zu tun, auch wenn ihre Form aus der Luft betrachtet so ausschaut, als hätte ein Dinosaurier ein Stück abgebissen. Einzig in den Gesteinsschichten lassen sich Gemeinsamkeiten entdecken, zeigen diese doch eine kontinuierliche Abfolge von Trias, Jura und der Kreidezeit und so lassen sich an diesen Küsten auch immer wieder Fossilien finden. Vereinfacht gesagt Dino’s also, womit wir doch wieder bei Jurassic Park wären.
Von Studland und dem Studland Nature Reserve aus führt ein angenehmer Spazierweg zu den Old Harry Rocks und weiter den Klippen entlang bis zur Swanage Bay. Der Rückweg kann dann über Fahrsträsschen etwas im Landesinneren zurück gelegt werden. Dieser Spaziergang lohnt sich wirklich, haben wir nicht nur ein Piratenschiff und zahlreiche Schmetterlinge gesehen, sondern auch die wunderbar warme Sonne genossen.

Wer nach dem Marsch noch mag und Lust hat, kann sich auch noch das Dörfchen Corfe Castle und die Burgruinen angucken gehen. Meine Mama und ich haben das dann den Männern überlassen, während wir uns in einem kleinen Café mit einem heissen Tee stärkten.

Ein malerisches Küstenstädtchen

Aber natürlich sind wir nicht nur um Weymouth herum gestreift, sondern haben uns auch einmal im Ort selbst etwas näher umgeschaut. Weymouth ist ein typisch englischer Ferienort, zahlreiche Hotels und B&B’s reihen sich an der Strandpromenade aneinander. An diesem langen Sandstrand steht auch die Jubilee Clock, die 1887 errichtet wurde um die 50-jährige Herrschaft von Queen Victoria zu würdigen.
An diesem Sandstrand spielt sich auch so ziemlich das ganze Leben in Weymouth ab, in den Sommermonaten ist er ein grosser Jahrmarkt. Fun Fact: über diesen Sandstrand gibt es auch ein Buch Der Strand von Weymouth von John Cowper Powys.

In der Nähe von Weymouth ist übrigens auch noch die Chesil Beach, ein einmaliger Kieselstrand, und die Isle of Portland mit dem Leuchtturm und den Ruinen des Portland Castle. Aber auch in den Gässchen von Weymouth selbst lässt sich das ein oder andere Café, Pub oder Geschäft entdecken, dass ein Besuch wert ist.

Wir haben unsere Reise dann in Richtung Dartmoor fortgesetzt und sind folglich etwas mehr ins Landesinnere gelangt. Aber über dieses einmalige Naturreservat werde ich euch in einem nächsten Beitrag berichten, auf den ihr dann hoffentlich nicht ganz so lange warten müsst.

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

12 Kommentare zu „Unterwegs | prähistorische Küstenabschnitte und ein schmuddeliges B&B

  1. Gut schreibst du einen Reisebericht :)! Papi und ich haben schon wieder ein „Gnusch“ mit wann, wo wer war!!?? Es war eine schöne Reise und am liebsten würden wir grad noch einmal dorthin fliegen oder mit dem Schiff wär auch noch ein Erlebnis. Dann würden wir sicher länger in Dover bleiben und sicher Canterbury genauer ansehen und dafür Londen auslassen!!

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  2. Liebe Daniela,
    schade, dass es mit dem Bed & Breakfast nicht so hingehauen hat, wie ihr es euch gewünscht habt. Der Rest eurer Reise scheint dafür aber umso besser gewesen zu sein und das freut mich sehr. Die Bilder sind klasse und wecken die Reiselust in mir.
    Nächste Woche geht’s für mich für ein paar Tage in die Schweiz und im April zurück nach Irland. Ich freue mich umso mehr auf die Reisen, wenn ich von anderen Reisen lese!
    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende
    Janika

    Gefällt 1 Person

  3. Bei deinen Artikel bekomme ich gerade wieder Fernweh. Ich liebe Großbritannien – das konkrete Land ist mir schon fast egal. Vergangenen Sommer haben mein Freund und ich eine Rundreise durch Wales unternommen und es war ein Traum. So langsam suche ich ein neues Reiseziel für diesen Sommer. :-)

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    1. Reisen ist einfach toll!
      Mein Mann und ich sind auch am diskutieren, wohin es dieses Jahr gehen soll. Wir sind aber extrem umschlüssig, ob es Schottland, Norwegen oder der Norden von Irland werden soll… Hast du schon eine Idee, in welche Richtung das es geht bei dir?

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