Quicktipp | Jenny Colgan – The Little Shop of Happy Ever After

»There was a universe inside every human being every bit as big as the universe outside them. Books were the best way Nina knew – apart from, sometimes, music – to breach the barrier; to connect the internal universe with the external, the words acting merely as a conduit between the two worlds.«
– aus „The Little Shop of Happy Ever After“ S. 243

Kurz zum Inhalt

Nach dem Nina ihren Job in der Bibliothek wegen Umstrukturierungen verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Das fällt dem schüchternen, in sich gekehrten Bücherwurm gar nicht so leicht. Bei einem Seminar zum Thema „Gruppenbildung“ wird sie nach ihrem grössten Traum gefragt und gesteht sich schliesslich selbst ein, dass sie schon immer einmal einen kleinen eigenen Buchladen führen wollte.
Bestärkt durch den Kursleiter macht sie sich auf die Suche nach einem Van, den sie in ein Büchermobil umbauen kann. Fündig wird sie schliesslich in Kirrinfief, einem Kaff weit in den Schottischen Highlands. Kurzerhand reist sie den ganzen weiten Weg von Birmingham in die Highlands, um sich den Van anzuschauen. Dabei lernt sie nicht nur den netten Wirt vom örtlichen Pub kennen, sondern auch ein, zwei bärtige und mürrische Schotten.
Um es sich selbst und den skeptischen Einheimischen zu beweisen, kauft Nina den Van und ihr Abenteuer in Schottland beginnt. Und dabei spielen neben Büchern, Schafen und Zügen auch raubeinige Schotten eine wesentliche Rolle.

Wie war’s?

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Symbolbild: Einsame, Schottische Strasse irgendwo auf der Isle of Sky

Dieses Buch ist so süss wie eine ganze Tafel Schokolade, Marshmallow und Karamellbonbons zusammen. Aber irgendwie auch einfach lustig zu lesen und herzerwärmend. Und das brauche ich ab und zu einfach zwischen all der nachdenklichen und tiefgreifenden Lektüre, nicht immer habe ich Bock auf ein Buch a là Pascal Mercier oder John Irving.
Und da kam die Buchpost einer ehemaligen Schulkollegin grad recht. Kurzerhand packte ich das Buch für meinen Skiurlaub ein und zwei, drei Tage später war es dann auch weg inhaliert. Und das auf Englisch!
Die Geschichte nahm mich wirklich gefangen, denn Nina ist so ein Bücherwurm, wie wahrscheinlich viele von uns. Auf jeder freien Fläche stapeln sich Bücher, denen sie einfach ein zu Hause geben musste. Und sie kann ganze Tage damit verbringen zu lesen. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor und macht Nina gleich umso sympathischer. The Little Shop of Happy Ever After ist nicht nur eine Geschichte über einen Bücherwurm, sondern auch für jeden Bücherwurm, da Bücher einfach einen absolut prominenten Platz darin haben. An jeder Ecke wird darüber geschrieben und gesprochen, seien es die etwas spektakulären (und meines Erachtens auch eher unwahrscheinlichen) Tauschaktionen aus fahrenden Zügen heraus, der Schule schwänzende Benny, der sich durch Ninas Sanftmut plötzlich in den ach so blöden Büchern verlieren kann oder dass sich beinahe jeder der Einwohner von Kirrinfief als begeisterter Leser entpuppt.
Und irgendwie war dieses Buch auch einfach schön und toll zu lesen, je länger ich jedoch über ein paar Details nachdenke, desto mehr stören sie mich auch. Zum einen wird nämlich das Leben in den schottischen Highlands stark romantisiert, die Häuser sind alle „cute“, die lokalen Produkte ach so viel leckerer und die Männer zwar bärtig und etwas wortkarg, aber herzensgut. Ich glaube nicht, dass das Leben am Arsch der Welt, wo die nächst grössere Ortschaft mit einem Arzt und einem Supermarkt ein, zwei Autostunden entfernt ist, immer so ein Zucker schlecken ist. StrandlektüreUnd auch nicht alle schottischen Männer sehen aus wie Gerard Butler, seien wir da mal ehrlich. Ein bisschen mehr Realismus hätte meiner Meinung nach nicht geschadet.
Auch wenn dieses Buch ebenso voller Klischees ist, wie das andere Bücher dieses Schlags sind, so habe ich es doch gerne gelesen und mich bestens unterhalten gefühlt. Ob dies nun an der sympathischen Protagonistin, den schottischen Highlands oder eben doch an den heissen Gerard Butler Typen gelegen hat, vermag ich nicht zusagen. Wahrscheinlich macht es die Mischung aus allem.

Weitere Meinungen

»The Little Shop Of Happy-Ever-After is readable and predictable. Those with a particularly sweet tooth may well enjoy it. In future, I’m going to stick to the local cheeses.« The Scotsman

»If you want to read an ode to books, and read a wonderful story at the same time, then you really should read this fantastic novel. « Rachel’s Random Reads


Bibliographische Daten

Die Rechte am gezeigten Cover sowie den zitierten Textstellen liegen beim genannten Verlag. 

jenny_colgan_cover
© sphere
erschienen am 11. Februar 2016
im Sphere Verlag

Paperback, 384 Seiten

 

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

6 Kommentare zu „Quicktipp | Jenny Colgan – The Little Shop of Happy Ever After

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