Quicktipp | Anna Bednorz – Mord im Cottage

Mord im Cottage – Ein Krimi mit Katze | Anna Bednorz | August 2017 | Midnight by Ullstein | 286 Seiten

 

»Mir war natürlich bewusst, dass ich unter einer schrecklich kitschigen Anwandlung von Verliebtheit litt. Ich kannte die Symptome. Die Heftigkeit überraschte mich ein wenig, aber ändern konnte und wollte ich nichts daran.« (S. 253)

Kurz zum Inhalt

Eigentlich ist Aoife eine typische Großstadtfrau und kann mit dem Landleben wenig anfangen. Doch nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund hat die erfolgreiche Schriftstellerin eine Schreibblockade. Auf Anraten ihres Verlegers zieht sie sich mit ihrem Kater Dr. Jingles in ein Cottage in das kleine irische Dorf Ard Carraig zurück. Doch die erhoffte Ruhe bleibt aus, denn schon am nächsten Tag findet Aoife ein zerstörtes Exemplar eines ihrer Romane im Garten. Als weitere Bücher folgen, ist klar, dass jemand die Schriftstellerin bedroht. Doch wer könnte das sein? Aoife schreibt unter einem Pseudonym, und ihre Identität ist niemandem bekannt. Zum Glück findet die Autorin bei den Dorfbewohnern unerwartete Unterstützung. Gemeinsam mit dem örtlichen Pubbesitzer Tom versucht sie, dem Täter auf die Spur zu kommen. (Quelle: Ullstein)

Meine Meinung

Als ich dieses Buch auf der Plattform vorablesen gewonnen hatte, habe ich mich als bekennender Irland- und Katzenfan natürlich riesig gefreut. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an die Geschichte, zwar nicht unbedingt dahingehend, dass sie besonders originell oder tiefgreifend sein würde, aber dennoch, dass ich mich ein bisschen nach Irland träumen konnte. Leider wurde grad gar keine dieser Erwartungen erfüllt und das Buch war eine Enttäuschung auf ganzer Linie.

Ich hoffe schwer, dass dieser Beitrag nicht allzu bösartig wird, aber leider konnte ich bis auf die Tatsache, dass anstatt Menschen Bücher ermordet werden, nichts Originelles an dieser Geschichte entdecken. Denn sowohl in ihren Orts- und Personenbeschreibungen, wie auch in Sachen Humor oder Spannungsaufbau wandelt die Autorin auf ziemlich abgelutschten Pfaden.
Ard Carraig und seine Bewohner triefen nur so vor Klischees (obwohl ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass viele dieser Klischees absolut zutreffend sind), idyllische Cottages reihen sich aneinander und in Tweed und Grün gekleidete Menschen begegnen einem auf der Strasse. Alle sind freundlich, neugierig und immer für einen Schwatz zu haben. Das Pub ist natürlich der zentrale Treffpunkt des Ortes und der Pubbesitzer ist der Inbegriff eines gutmütigen Menschen. Btw erinnerte er mich stark an Luke aus der TV-Serie Gilmore Girls, einfach in irisch, mit einer Baskenmütze aus Tweed und Cordhosen. Und natürlich hat dieses Dorf auch einen eigenen Druiden, der energetische Fussabdrücke wahrnimmt und mit Feuerwesen kommuniziert. Nicht zu vergessen die misstrauische Nachbarin, die das ganze Geschehen hinter den Gardinen ihres Wohnzimmers beobachtet.
So weit, so gut. Über all das könnte ich ja noch hinweg sehen, wenn wenigstens die Handlung einigermassen etwas hergeben würde, aber weit gefehlt. Ich habe also ganz lange nach diesem Krimi gesucht und ihn leider nicht so richtig gefunden. Für mich ist das ganze eher ein Landhausroman mit Krimielementen. Und auch die Katze, die im Untertitel so angepriesen wird, ist nur Statist in der Geschichte selbst.
Zu allem Übel ist dann auch die Auflösung so vorhersehbar, wie an den Haaren herbeigezogen. Aus Mangel an wirklichen Verdächtigen hat der Leser ziemlich schnell zwei Personen im Visier, die für die „Morde“ in Frage kommen, was an und für sich ja nicht schlimm wäre, wenn die Autorin eine plausible Erklärung für das Warum geben könnte. Aber auch da wurde ich enttäuscht, denn das Warum war einfach nur haarsträubend und für mich als Leser absolut unbefriedigend.
MissgriffUnd als wäre dies alles nicht genug, strotzt dieser Roman vor Rechtschreibfehlern, Wortverdrehern und es gingen gar Worte vergessen oder wurden doppelt aufgeführt. Ernsthaft? Ich meine, ich bin auch nicht der Hirsch in Sachen Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung und es schleicht sich hier bestimmt auch der ein oder andere Fehler ein. Aber meine Texte werden auch nicht von einem Lektorat Korrektur gelesen. Ich hoffe also ganz schwer, dass der Verlag hier seine Arbeit noch macht und die definitive Ausgabe dann ohne Fehler daher kommt.

Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den Ullstein Verlag. Meine ehrlich Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst. 

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