DIY | bunte Eier mit natürlichen Farben aus dem Küchenschrank

Nebst den leckeren Schokohasen, süssem Hefegebäck und allerlei Zuckereier gehören zu einem richtigen Osterbrunch auch bunte Ostereier. Grad als Kind habe ich es geliebt, diese bunt anzumalen, hatten wir doch zu diesem Zweck eine spezielle Halterung, wo die Eier eingespannt und dann mit Pinsel und Farbe verschönert werden konnten.
Je älter ich wurde, desto mehr ging dieser Brauch verloren. Erst seit ich mit Menschen mit einer Behinderung arbeite, werden solche Bräuche im Jahresverlauf wieder wichtiger.
Allerdings betrachte ich diese quietschbunten Eier im Supermarkt auch mit einer grosses Portion Skepsis. Ich möchte ja nicht wissen, was die da alles drauf pampen. Erst grad vor ein paar Tagen las ich in einer Zeitung (fragt mich nicht mehr in welcher) das viele Inhaltstoffe der Ostereierfarben Krebserregend sind. Und obwohl die ja eigentlich nur an die Schale gelangen, möchte ich das nicht unbedingt an oder auf meinem Essen wissen.
Da erinnerte ich mich an das Eier färben bei Oma, mit Strumpf und Blümchen und ganz vielen Zwiebelschalen. Ich dachte mir, das probiere ich wieder einmal aus. Allerdings nicht nur in Braun, denn das ist langweilig.

Also machte ich mich etwas auf die Suche nach alternativen Färbemitteln und landete schliesslich bei diesen drei, Kurkuma für eine gelbe Farbe, Kaffeesatz für einen Braunton und Brennnesseln und Spinat für grüne Eier.
Warum genau diese drei? Da die Färbaktion ziemlich spontan am Samstagabend entstand, mussten Zutaten aus der eigenen Küche her. Kaffeesatz hat wohl jeder Kaffeetrinker zu Hause, alternativ würde sich jedoch auch Schwarztee anbieten. Kurkuma stand bei mir auch noch im Gewürzschrank rum. Falls ihr das jedoch nicht zur Hand habt, Safran färbt nicht nur den Kuchen gel, sondern auch Hühnereier. Und, ok, die Brennnesseln standen jetzt nicht bei mir in der Küche rum, aber die wachsen keine fünf Minuten von unserer Wohnung entfernt. Und wie gesagt, mit Spinat funktioniert das ganze auch.
Also, gesagt, getan!

Und so geht’s:

Ihr benötigt logischerweise Eier, am besten weisse, es geht jedoch auch mit braunen. Dann fällt einfach die Farbe etwas anders aus. Die Anzahl bestimmt ihr selbst, wir haben ca. 12 Eier gefärbt.
Die Eier wäscht ihr zuerst mal gründlich mit etwas Essigwasser, so entfernt ihr fett und anderen Schmutz und die Farbe haftet besser am Kalk der Schale.

Nun bestimmt ihr, wie viele Eier von jeder Farbe ihr wollt und gebt diese in separate Pfannen. Füllt diese mit Wasser, bis die Eier bedeckt sind und gebt noch je einen Esslöffel Essig hinzu.
Jetzt kommen die Färbemittel zum Einsatz, in eine Pfanne gebt ihr ca. 2 Esslöffel Kurkuma, in die zweite Pfanne gebt ihr den Kaffeesatz (ich brauchte etwa 5-6 Nespressokapseln) und in die dritte Pfanne gebt ihr eine Handvoll Spinatblätter und eine Handvoll Brennnesselnblätter (Achtung! Die brennen, am besten tragt ihr Handschuhe dafür).

Und nun wird das ganze für 20 Minuten gekocht, dann sind die Eier hart. Kontrolliert doch ein erstes Mal, wie ihr mit dem Farbergebnis zufrieden seid. Wenn euch die Eier bereits gefallen, dann könnte ihr sie jetzt schon aus dem Topf nehmen, kalt abspülen und fertig. Ich wollte jedoch etwas intensivere Farben und so habe ich die Pfannen mit den Eiern auf den Balkon gestellt (funktioniert auch im Kühlschrank) und über Nacht dort gelassen. Am nächsten Morgen hatte ich wunderschöne, leuchtend gelbe und satt braune Eier. Nur leider mit dem Grün funktionierte es nicht ganz so wunderbar, diese Eier wurden eher leicht gräulich oder beige.

Ostereier_4

Wer möchte, kann die Eier vor dem Färben auch noch etwas verziehren. Mit der Strumpf und Blümchen Technick funktioniert das wunderbar. Wer es gerne etwas einfacher möchte, kann auch einfach Gummibänder oder Schnur um die Eier wickeln (wie bei einem Batik-Shirt), so entstehen ebenfalls tolle Muster. Wir entschieden uns für die einfache, uni Variante und waren ganz überrascht, dass doch einige Eier gesprenkelt, gefleckt oder gestreift wurden. Einige Eier färbten sich auch viel stärker als andere, so dass eine grosse Vielfalt in unserem Osternestchen gelandet ist. Mein Lieblingsei ist übrigens das Braun-gesprenkelte oben im Bild 🙂

Weitere Farben lassen sich übrigens mit folgenden Färbemitteln erreichen:
Gelb: Kurkuma, Safran, Gelbschote, Annattosamen
Orange: Sandelholz
Rot: Krappenwurzelpulver, Rote Beete
Violett: Cochenille, Blauholz (für ein dunkles Blauviolett)
Blau: Rotkabis (Rotkraut)
Grün: Mate, Malvenblüten, Spinat, Brennnesseln
Braun: Zwiebelschalen (braune & rote), Baumnusschalen, Kaffee, Schwarztee
Je intensiver ihr euch die Farbe wünscht, desto länger solltet ihr die Eier im Sud ziehen lassen. Grad bei Rotkabis oder Brennnesseln kann es sehr lange dauern, bis überhaupt eine Färbung erkennbar ist.

Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Spass beim Nachmachen und schöne Ostern, natürlich mit einem leckeren Osterbrunch!

Tulpen

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