Quicktipp | Sarah Marie Keller – Ein schwarzes Feuer

»[…],es ging ihnen (den Königen) nur darum, ihre Feinde zu vernichten. Nur hatten die meisten vergessen, warum sie mit ihnen verfeindet waren, um was es in diesem Krieg überhaupt ging, wie und warum er begonnen hatte.« (S.130)

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich empfinde den mittleren Teil einer Trilogie meist als den schwächsten, wo alle Entwicklungen und Begebenheiten nur darauf abzielen, im letzten Teil dann in einem grossen Feuerwerk zu enden. Davor kann sich auch Ein schwarzes Feuer nicht ganz verstecken, allerdings vermag es doch mit einigen Überraschungen und ganz viel Spannung aufzuwarten.
Im zweiten Band der Trilogie lernen wir endlich etwas mehr über Noa und über seine Herkunft. Aufgewachsen bei dem Orden der Schenra-Vey im ewigen Winter und unter dem Einfluss ihrer Glaubenslehrern, zweifelt er keine Sekunde daran, dass sich die Prophezeiungen Dalans erfüllen werden. Bis ihm seine eigene Rolle in dieser ganzen Geschichte offenbart wird. Und er flieht. Doch nun da der zweite Weltenbrand entfacht, ist es an der Zeit zurückzukehren. Und so machen sich Taya und Noa auf den Weg nach Medoran.
Inzwischen schliessen sich Uruk und Garian den Ambarischen Streitkräften an und segeln nach Minaskai, um ihre Heimat von den Xendorieern zu befreien. Doch dort angekommen geraten sie in einen Hinterhalt. Werden sich die Freunde je wieder sehen?

Zum zweiten Mal bin ich nun in die Welt der Städtebauer eingetaucht und auch dieses Mal konnte mich die Geschichte mitreissen, so dass ich das Buch während eines regnerischen Nachmittags weggelesen habe.
Vor allem von der Persönlichkeit und der Geschichte des Magiers Noa war ich fasziniert, so dass ich schon fast mit Unwillen die Szenen von Garian und Uruk gelesen habe. Noa und die Schenra-Vey bringen nämlich eine ganz neue Dimension in diese Geschichte. Während Noa nicht an so etwas wie Schicksal glaubt und denkt jeder ist seines Lebens eigener Herr, tun die Ordensmitglieder alles, damit Dalans Prophezeiung in Erfüllung geht. Wurde der ganze Weltenbrand etwa nur deswegen entfacht? Sind diese mächtigen Magier von ihren eigenen Glaubenslehren so geblendet? Die Antworten finden sich dann wohl erst im dritten Band, den ich nun unbedingt lesen muss.
Doch nicht nur Taya und Noa erleben auf ihrer Reise nach Medoran und durch den ewigen Winter grosse Abenteuer, sondern auch Uruk und Garian kämpfen für die Rettung der Welt und werden in eine verheerende Schlacht verwickelt aus der nur wenige Überlebende hervorgehen. Dabei beweist Sarah Marie Keller grosses Fingerspitzengefühl. Beschreibt sie die Schlacht doch recht anschaulich und in all ihrer Grausamkeit, ohne jedoch ins Geschmacklose abzudriften.
Und auch in diesem Band versteckt sich eine wichtige Botschaft, dass nämlich jeder seines eigenen Glücks Schmied ist und seine eigenen Entscheidungen treffen kann und soll. Und wenn es heisst, dass man seinem besten Freund nicht alleine in die Schlacht ziehen lassen will, oder letzten Endes doch die Prophezeiung erfüllt.

Diesem Buch merkt man seine grossen Vorbilder weniger stark an, auch wenn ich manche Idee glaube von Tolkien zu kennen, die Gefährten, die sich trennen, oder Uruk, der wie Samweis Gamdschie seinen besten Freund nicht alleine ziehen Strandlektürelassen will, weil es besser ist zu zweit zu sterben als alleine.

Nichts desto trotz ist es eine mitreissende Geschichte und nun freue ich mich wirklich auf den finalen Teil und bin gespannt, was die Autorin noch so an Überraschungen für die Freunde bereit hält.


Verlagsinfo

Ein herzliches Dankeschön an Sarah Marie Keller für dieses Rezensionsexemplar. Meine eigene, persönliche Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

Ein_schwarzes_Feuer_Cover erschienen am 18. Juni 2014
Self Publisher
erhältlich als Taschenbuch und eBook bei Amazon
284 Seiten
ISBN 978-1500174026

Band 1 und Band 3 sind ebenfalls bei Amazon erhältlich.

 

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