[Buchbesprechung]: „Ein dunkler Funke“ von Sarah Marie Keller

»Unnatürlich?«, wiederholte Noa, mit einem kurzen, bitteren Auflachen. »Was kann natürlicher sein als Magie? Versteht ihr nicht? Sie ist ein fester Bestandteil des Universums. Ohne Magie gäbe es überhaupt kein Leben. Nichts.« (S. 136)

Erster Satz

Es gab ein Zeitalter, da lebten die Städtebauer fast drei Jahrhunderte lang in Frieden miteinander und widmeten sich der Diplomatie und der Wissenschaft.

Klappentext

Fünfhundert Jahre sind vergangen, seit der grausamste Krieg aller Zeiten die Welt in Chaos und Tod gestürzt gestürzt hat – ein Krieg, ausgefochten mit schrecklichen, magischen Waffen.
Der Weltenbrand.
Nur dem Erlöser Dalan war es zu verdanken, dass die Völker der Menschen, Elfen und Orks der völlig Vernichtung entgingen.
Doch heute ist Dalan nur eine Erinnerung – genau wie seine Letzte Prophezeiung, die besagt, dass einst ein zweiter Weltenbrand wie ein schwarzes Feuer über die freien Königreiche hinwegfegen wird.
Und diese Zeit ist entsetzlich nahe.
Drei junge Freunde ahnen noch nicht, dass sie eine wichtige Rolle in dem kommenden, dunklen Zeitalter spielen werden:
Garian ist ein Menschenjunge, der davon träumt, ein Paladin der königlichen Sturmklingen zu werden. Er ist bereit, alles für dieses Ziel zu geben, aber er weiß noch nicht, welche Opfer er dafür bringen muss.
Taya, seine Adoptivschwester aus dem Volk der Elfen, träumt dagegen von Abenteuern in fernen Ländern – doch in ihr erwacht eine dunkle Kraft, die sie zutiefst fürchtet. Und das zu Recht.
Und dann ist da noch ihr gemeinsamer Freund Uruk, ein junger Ork – kein wilder Krieger, wie viele andere seines Volkes, sondern ein angehender Gelehrter, ein Bücherwurm. Uruk glaubt fest an den Erlöser Dalan. Und schneller als ihnen lieb ist, müssen er und seine Freunde lernen, dass sich Dalans Letzte Prophezeiung sehr bald bewahrheiten wird.
Als die drei während eines Abenteuers in den Wäldern dem jungen Magier namens Noa begegnen, gibt es kein Zurück mehr für sie – oder ihr Königreich.

Ein dunkler Funke wurde entzündet. Und ein neuer Weltenbrand entfacht…

An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an die Autorin Sarah Marie Keller persönlich, die mir ein eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Schaut unbedingt auf ihrer Facebookseite vorbei, dort findet ihr spannendes Zusatzmaterial zum Buch, wie zum Beispiel eine Karte der Welt der Städtebauer.

Ein_dunkler_Funke_1

Meine Meinung

Manchmal ist es doch ganz gut auf sein Bauchgefühl zu hören. Also eigentlich immer, den enttäuscht hat es mich noch selten. Und so war es auch diesmal.
Als mich die Mail von Sarah Marie Keller erreichte war ich sofort Feuer und Flamme für ihr Buch. Ein Mensch, eine Elfe und ein Ork auf grossem Abenteuer erinnert irgendwie stark an J.R.R.Tolkiens Lord of the Rings. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen. Was ich dann allerdings geboten bekam war, nicht besser, aber mindestens ebenso gut und eine äusserst gelungene Mischung aus Tolkien und Krieg der Welten obendrein.

Ein dunkler Funke handelt von den drei Freunden Garian, Taya und Uruk, die sich in den ersten Kapiteln aufmachen in die Wälder von Taravan um den Stahldrachen zu erkunden. Dieser stammt noch aus der Zeit des ersten Weltenbrandes und war damals eine gefürchtete Kriegsmaschine.
Im Rumpf des Stahldrachens werden die drei Freunde vom Magier Noa überrascht, der Tayas Kraft spürt. Sie freunden sich an und verbringen die Nacht gemeinsam in diesem Ungetüm, da es draussen regnet. Durch eine traumartige Vision werden Taya und Noa geweckt. Diese Vision zeigt wie die Hauptstadt Dayrelia von Kriegsmaschinen des Königreichs Xendor zerstört wird. Ist das die Zukunft? Oder bereits Vergangenheit? Schnell machen sie sich auf den Weg nach Hause. Doch kommt sie noch rechtzeitig?

»Das Einzige, wovor man sich fürchten muss, ist die Furcht selbst, erinnerte er [Uruk] sich. Aber wenn die eigene Fantasie verrückt spielte, nutzte diese kluge Spruch überhaupt nichts.« (S. 77)

Das tolle an diesem Buch ist, dass ich als Leser in eine mir komplett fremde Welt eintauchen kann. So wie Mittelerde oder Westeros erschafft die Autorin eine Welt mit ihren eigenen Bewohnern, Bräuchen und Sitten und mit einer eigenen Geschichte. Ich habe das Gefühl, Sarah Marie Keller weiss wovon sie spricht, wenn sie erklärt wie die Stadt Dayrelia ausschaut, oder wer die Städtebauer sind. Sie hat ein Bild von dieser Welt und könnte wahrscheinlich noch viel genauer Auskunft geben darüber, als sie es im Buch tut.
Für mich als Leser ist dies ein kleines aber ein wichtiges Detail, da ich so die Handlung und die Personen in einem Kontext eingebettet weiss. Es gibt nicht blöderes, als dass man sich während des Lesens nach jedem zweiten Abschnitt fragt, was sich der Autor dabei gedacht hat. Dies ist hier definitiv nicht der Fall.

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Das Buch wird in Rückblende erzählt und beginnt mit dem Prolog eigentlich im hier und jetzt.  Doch schon ziemlich schnell sind wir als Leser mitten in den Geschehnissen der damaligen Zeit drin und lernen Taya, Garian und Uruk genauer kennen. Ich finde es sehr schön, wie zu Beginn jedem der drei Freunde ein Kapitel gewidmet ist. So erfahren wir mehr über die Protagonisten, ihr Denken, Handeln, ihre Träume und Wünsche. Jedem fühlte ich mich gleich verbunden, am meisten wohl dem Bücherwum Uruk, wen wunderts.
Aber nicht nur die Protagonisten werden so lebensecht gezeichnet, sondern auch die Antagonisten, wie Prinzessin Elara, der man ihren Wahnsinn mehr als nur abnimmt. Ihre Launen sind unberechenbar.
Besonders faszinierend fand ich jedoch jene Charaktere, aus denen man als Leser nicht ganz schlau wird. Dagul zum Beispiel oder auch Noa. Auf welcher Seite stehen sie? Welche Ziele verfolgen sie? Was verschweigen sie?

In Ein dunkler Funke stecken aber nicht nur die unterschiedlichsten und spannendsten Charaktere sondern auch eine wichtige Botschaft. Im Königreich Minaskai leben die Städtebauer unterschiedlicher Rassen zusammen, Elfen Orks und Menschen sind gleichberechtigt und sich ebenbürtig. Im Königreich Xendor hingegen wird der Mensch als Überrasse angesehen und versklavt die Elfen und Orks. Also, wofür lohnt es sich mehr zu kämpfen als für Gleichheit und Freiheit und Toleranz gegenüber anderer Völker? Eine wirklich tolle Botschaft, die die Autorin hier verpackt hat.

»Magie ist das Leben und das Leben ist Magie. Beide sind untrennbar miteinander verbunden, das eine kann ohne das andere existieren. Vielleicht sind das Leben und die Magie auch Manifestationen ein und der selben Kraft, wer weiss?« (S. 148)

Trotz all dem Lob für Ein dunkler Funke, nach der Lektüre blieb ein leicht schales Gefühl zurück, so als ob etwas fehlen würde. Ich vermag jedoch nicht wirklich zu benennen, was dies ist. Das Buch wird sehr geradlinig erzählt, die Handlung schreitet von A nach B nach C. Manchmal war es mir, als würde alles zu gerade, zu glatt verlaufen, Hindernisse für die Protagonisten gab es nicht wirklich, die Handlung schlug keine Umwege ein. Das machte das ganze Buch etwas vorhersehbar und die Wendungen wenig überraschend.
Und vielleicht sind Der Herr der Ringe und Krieg der Welten auch einfach zwei übergrosse Vorbilder, in deren Schatten einfach alles etwas schal daliegt.

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Fazit:

StrandlektüreEin dunkler Funke ist ein tolles Fantasyabenteuer um drei junge Freunde, dass sich in einem Zug weglesen lässt. Die Geschichte vermischt gekonnt Elemente aus Herr der Ringe und Krieg der Welten und wird so zu etwas einzigartigem. Besonders gelungen finde ich die Charakterisierung der handelnden Personen.
Ein kleiner Kritikpunkt stellt die doch sehr geradlinige und vorhersehbare Handlung dar, die die Wendungen wenig überraschend erscheinen lässt.


Über die Autorin

Seit sie denken kann, liebt Sarah Marie Keller Geschichten um Magie und fantastische Welten. Zu ihren großen Vorbildern gehören J.R.R. Tolkien, Wolfgang Hohlbein und Christopher Paolini.
Ein dunkler Funke ist ihr erster Roman und gleichzeitig auch der erste Band der Trilogie Dalans Prophezeiungen. Band 2 und 3 sind ebenfalls bereits erschienen.
Sarah Marie Keller lebt in Braunschweig. (Quelle: Facebook)


Verlagsinfo:

Ein_dunkler_Funke_Cover
© Sarah Marie Keller

erschienen am 21. Juni 2014
Self Publisher
erhältlich als Taschenbuch und eBook bei Amazon
ISBN 978-1500111854
254 Seiten

Hier geht es zur Leseprobe.

Band 2 und Band 3 der Trilogie sind ebenfalls bei Amazon erhältlich.

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

7 Kommentare zu „[Buchbesprechung]: „Ein dunkler Funke“ von Sarah Marie Keller

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