[Gastbeitrag]: „Mehr als mein Herz“ von Chris Fabry


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Zusammen mit Ramylu vom Lesemausblog habe ich mich an ein Buch gewagt, dass ich mir nie einfach so ausgesucht hätte. Wir haben es beide gelesen und nun auch beide eine Rezension dazu geschrieben, welche auf dem jeweils anderen Blog veröffentlicht wird.
Unsere Meinungen sind ziemlich unterschiedlich und doch in einigen Punkten sehr ähnlich. Ich schlage vor, ihr lest sie am besten selbst.
Hier ist die Buchbesprechung von Ramylu. Meine Version findet ihr auf dem Lesemausblog.


mehr_als_mein_herzTitel: Mehr als mein Herz (Kein kitschiger Liebesroman, dieses Buch ist für ALLE!)

Autor/in: Chris Fabry

Seitenanzahl: 399

ISBN: 978-3-86591-953-9

Verlag: GerthMedien

Typ: Roman, Christlicher Roman, Gutes Literaturbuch

Zusammenfassung:

Truman Wiley sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben. Er ist der Scheidung nahe, zu seiner Tochter hat er keinen Kontakt mehr und sein 18-jähriger Sohn Adrian liegt todkrank im Krankenhaus. Truman kann ihn nicht einmal besuchen, da er eine tiefe Abneigung gegen Krankenhäuser hat. Ausserdem steht ihm das Wasser wegen Spielschulden bis zum Hals. Doch da sieht er eine Chance: Er kann die Geschichte eines Bekannten Terrell Conley, der wegen Mord zum Tode verurteilt ist und bis zuletzt seine Unschuld beteuert, aufschreiben. Zum Dank dafür will Terrell Adrian nach der Hinrichtung sein Herz spenden. Truman ist einverstanden, doch ihm ist klar, das er in den 30 Tagen bis zur Hinrichtung ein Buch schreiben muss. Und während er sich dahinter klemmt, sieht es in seiner Familie nicht gerade rosig aus…

»Es war ein Fehler, dich zu heiraten«, wütete sie [Ellen].
Natürlich. Dort in der Lobby des Krankenhauses stimmte ich ihr von Herzen zu. Alle, die in der Nähe standen, taten so, als interessierten sie sich nur für ihre Zeitschriften, aber ich merkte, dass sie aufmerksam zuhörten und Ellen innerlich anfeuerten. Als ein Sicherheitsbeamter uns fragte, ob wir unseren Streit nicht draussen weiterführen könnten, bemerkte ich bei unseren Zuhörern einen Hauch von Enttäuschung, weil sie nun nicht mitbekommen würden, wie die Sache ausging. «

Adrian geht es immer schlechter und Ellen, Trumans Frau, ist am Anschlag. Sie hat kein Leben mehr, sondern verweilt rund um die Uhr bei Adrian im Krankenhaus. Sie kann nicht verstehen, warum Truman Adrian nicht besuchen kommt. Ausserdem taucht im ungünstigsten Moment Trumans Tochter Abigail auf. Sie studiert, wie ihr Vater einst, Journalistik und will ihm bei seinem Buch helfen. Truman ist alles andere als begeistert, doch schliesslich ist er einverstanden. Doch Abigail kommt seinen Plänen in die Quere und deckt schliesslich etwas auf, was Adrian das Leben kosten könnte….

»Kann ich Ihnen sonst noch etwas bringen?«, fragte sie höflich. Ja, ein anderes Leben, ein Herz für meinen Sohn, eine intakte Ehe – solche Sachen. »Alles bestens«, erwiderte ich.

Charaktere: 

Truman kann man so auf die Schnelle nicht erklären, doch im Laufe des Buches versteht man ihn immer besser. Wieso er Adrian nicht besuchen kann. Und wieso er so ist, wie er nun mal ist. Man versteht seine Spielsucht besser. Sein ganzes Leben ergibt plötzlich Sinn. Die arme Ellen jedoch leidet unter ihrem Mann. Seine Spielsucht und seine vermeintliche fehlende Liebe zu seinen Kindern setzt ihr enorm zu. Sie kann ihn nicht verstehen. Abigail scheint die Familie wieder etwas zusammenzufügen…

»Eine Spielsucht kann jemand, der das noch nie erlebt hat, schwer begreifen. Es ist, als würde dir der Budenbesitzer auf der Kirmes drei Pfeile geben, mit denen du zwei Ballons treffen sollst, und du kannst nicht aufhören, Pfeile nachzukaufen, weil du nur an diesen Ballon denken kannst und wie leicht es doch wäre, diesen grossen Teddy mit nach Hause zu nehmen, wenn du nur noch zwei Dollar für einen neuen Pfeil ausgibst. Nur dass ich nicht ein paar Dollar ausgab, ich gab Tausende Dollar aus, was das Hochgefühl noch zusätzlich steigerte. Je grösser das Risiko, desto höher der Adrenalinspiegel, desto besser das Gefühl, desto grösser der Rausch.«

Schreibstil und Aufbau:

Der Schreibstil ist brilliant. Das Buch ist sehr abwechslungsreich und der trockene Humor macht es lebensnah und spannend. Das Tolle ist, dass Truman immer sehr ehrlich mit sich selber ist, und nicht versucht, sich Dinge vorzumachen, was auch dem Leser hilft, ihn zu verstehen. Ausserdem ist das Buch aus Trumans Sicht in Ich-Form geschrieben. Das finde ich auch enorm gut. Und wie gesagt, er denkt nicht normal, sondern stets mit einer Prise Humor. Kostprobe gefällig? In den Zitaten findet ihr unzählige Kostproben… Der Aufbau ist ebenfalls spannend, da er zwischen Ellen und Truman wechselt. Oft steigert sich die Spannung sehr. Für beides gibt es nur ein Wort: Perfekt.

»Es heisst, die Art, wie man mit einer Person umgeht, die einem nicht von Nutzen ist, sage viel über den Charakter eines Menschen aus. Als Reporter, der eine Story zu recherchieren hat, und zwar korrekt und so schnell wie möglich, vergeudete ich keine Zeit damit, über irgendeinen anderen Menschen nachzudenken als meinen unmittelbaren Interviewpartner, und wenn ich dabei über Leichen hätte gehen müssen, dann war es eben so. Nicht schön, aber die Wahrheit. «

Idee und Umsetzung:

Die Idee ist einmalig. Ein Journalist, der viele Probleme hat und die Geschichte eines Hingerichteten aufschreiben muss, gibt es das noch einmal? Ich glaube nicht. Die Umsetzung ist ebenfalls grandios. Und das Beste: Es ist für beide Geschlechter geeignet, und das schafft nun mal nicht jedes Buch.

»Ellen achtete auf gesunde Ernährung, bevorzugte Naturheilmittel, Vollkorn-Seetangsandwiches und Eier von frei laufenden Hühnern,die jeden Abend, bevor sie sich in ihre Nester schlafen legten, eine Gutenachtgeschichte vorgelesen bekamen. Natürliche Geburt mit Hebamme. All diese Dinge. Ihrer Ansicht nach waren Antibiotika des Teufels, und wenn unsere Kindern krank waren, schleppte sie sie nicht sofort zum Arzt.«

Titel und Cover:

„Mehr als mein Herz“ lässt einen Liebesroman erahnen und schreckt die Jungs ab. Dabei ist es auch für männliche Leser sehr spannend -soweit ich mich in sie hineinversetzen kann 😉 – und die meisten werden es lieben! Aber auch für Mädchen ist es wie geschaffen. Ich würde sagen, der Schreibstil macht alles aus. Der zieht einfach an! Und es hat von allem etwas drin -ich denke, jeder liebt dieses Buch! Und ich empfehle es auch jedem!

»Ein Mensch mit einem Funken Stolz hätte zumindest geduscht  und sich rasiert und sich anständige Kleidung angezogen. Ich schnappte mir eine Sonnenbrille und Adrians Baseballkappe und stellte mir vor, dass ich den guten Gouverneur damit bestimmt auf die Palme brachte.«

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Kommentar:

Ich glaube, die meisten von euch haben schon bemerkt, dass ich dieses Buch liebe und das es keinen einzigen Minuspunkt gibt – und das ist wirklich etwas Besonderes, ich bin sonst nämlich sehr kritisch. Und wieso es so gut ist? Ich sagte es schon: Humorvoll, ernst, spannend, süsssauer, verständlich… Ich zeige euch mal andere Meinungen auf:

»Es gibt nichts Schlimmeres als den Schmerz einer liebenden Frau, die allein ist mit ihren Tränen.«

World Magazine: „Diese Geschichte lohnt sich über alle Massen. Einen Roman mit Glaubensbezügen kann man kaum besser schreiben.“

»Wenn du immer auf irgendwas wartest, bevor du zu leben anfängst, wird das Leben vorbei sein. Du musst jetzt anfangen.«

Leserstimme: „Chris Fabry schafft es einmal mehr, eine absolut ungewöhnliche Geschichte zu erzählen. Die hochspannende Mischung aus Krimi, Gerichtsdrama, politischen Intrigenspiel und komplexen Beziehungsgeflecht lässt einen bis zum überraschenden Schluss nicht mehr los.“

»Ich merkte durchaus, dass sie mir Honig um den Bart schmierte. Es gefällt mir, wenn mir hübsche Frauen um den Bart gehen. Aber ich hasse die Komplikationen, die eine schöne Frau mit sich bringt.«

CBA Retailers + Resources: „Fabry zeichnet ein meisterhaftes Bild seiner Hauptfigur. Dieser packende Roman dürfte seinen Ruf als einen der talentiertesten christlichen Autoren zementieren.“

»Ihre Mutter war eine rachsüchtige, herzlose Person, dass sie solche diskriminierenden Dinge über ihren Mann erzählte. Aber so ganz unrecht hatte sie leider nicht.«

Und was auch noch sooo super ist: Truman äussert sich stets spöttisch über die Christen, doch am Ende… Nein, das Ende verrate ich natürlich nicht. Es ist übrigens sehr gut! Niemand kann auch nur erraten, wie es ausgehen wird. Und das Beste kommt noch: Das Buch ist VOLL von Zitaten (Ihr seht ja, wieviele ich aufgelistet habe.)Das beste Zitat habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben:

»Wie kommst du mit dem Schreiben vorwärts?«, fragte sie. Ich weiss nie so genau, wie ich diese Frage beantworten soll, weil die schriftstellerische Tätigkeit eine Frage des Schwungs ist. Etwa wie beim Fahrradfahren. Um das Fahrrad zum Laufen zu bringen, braucht man Schwung, aber Schwung bekommt man erst, wenn man auf dem Fahrrad sitzt und mit aller Kraft in die Pedale tritt. Jede Minute, die man fern seines Computers verbringt, bremst den Schwung aus. Die Zeit, die ich an diesem Abend für die Fahrt zum Anwesen des Gouverneurs brauchte, ging mir für das Buch verloren, darum war ich frustriert. Aber wie soll man das erklären? Wie beschreibt man eine Obsession?«


Nun, was denkt ihr? Hat euch die Rezension neugierig gemacht auf das Buch oder braucht ihr noch eine zweite Meinung? Wenn ja, würde ich vorschlagen, ihr lest meine Buchbesprechung zu „Mehr als mein Herz“ auf dem Lesemausblog.
Über ein paar Kommentare und Meinungen, hier wie dort, würde ich mich freuen.unterschrift

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Veröffentlicht von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

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