[Quicktipp]: „Die Apothekerin“ von Ingrid Noll

»Als ich am nächsten Morgen einen Blick in die unaufgeräumte Küche warf, war mir wieder einmal speiübel.Hatte mir Levin diesmal ein Pulver ins Essen gegeben? Auf alle Fälle suchte ich die Kopie meines Testaments heraus und legte sie demonstrativ auf den schmierigen Küchentisch.« (S.163)

Hella Moormann liegt in der Heidelberger Frauenklinik – mit Rosemarie Hirte als Bettnachbarin. Um sich die Zeit zu vertreiben, vertraut Hella der Zimmergenossin die abenteuerlichsten Geheimnisse an. Von Beruf Apothekerin, leidet sie unter ihrem Retter- und Muttertrieb, der daran schuld ist, dass sie immer wieder an die falschen Männer gerät – und in die abenteuerlichsten Situationen: eine Erbschaft, die es in sich hat, Rauschgift, ein gefährliches künstliches Gebiss, ein leichtlebiger Student und ein Kind von mehreren Vätern sind mit von der Partie. Und nicht zu vergessen Rosemarie Hirte in der Rolle einer unberechenbaren Beichtmutter… (Klappentext)

Letzte Woche war ich bei meinen Eltern zu Besuch und entdeckte in ihrem Bücherregal meine verschollen geglaubte Ausgabe der Apothekerin. Kurzerhand entschloss ich mich dieses unterhaltsame Buch erneut zu lesen.
Ingrid Nolls unterhaltsamer, leichter Schreibstil und der feine schwarze Humor nahmen mich auch diesmal wieder gefangen. Die Autorin versteht es Alltagssituationen überspitzt und mit viel psychologischem Spürsinn darzustellen.
Die eher alltägliche Story einer Frau, die immer an die falschen Männer gerät, überrascht mit unerwarteten Wendungen. Und vor allem die Figuren vermögen zu überzeugen. Da ist Levin, der eigentlich Zahnmedizin studiert, sich aber viel mehr Gedanken über das Ableben und die zu erwartende Erbschaft seines Grossvaters macht, als über das Studium selbst. Oder sein Kumpel Dieter, der angeblich wegen Rauschgifthandels im Knast sass und unbedingt der Vater von Hellas Kind sein möchte.
Lese-TippUnd was will eigentlich Margot, die junge Haushälterin von Levins Grossvater, die sich mal schlampig und mal als Femme fatale gibt? Und nicht zu vergessen, Hellas Bettnachbarin Rosemarie Hirte, die unangenehme Fragen stellt, zwischendurch einschläft und mit unkonventionellen Ratschlägen überrascht.
Da bietet sich so einiges an Zündstoff für ein unterhaltsames, schwarz humoriges Buch.


Verlagsinfo:

die-apothekerin

Durch den Klick auf das Buchcover gelangt ihr zur Verlagsseite.

Taschenbuch
256 Seiten
erschienen am 01. November 1996
im Diogenes Verlag
ISBN: 978-3-257-22930-1

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

4 Kommentare zu „[Quicktipp]: „Die Apothekerin“ von Ingrid Noll

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