Plauderecke | Warum liest du?

Auf seinem Blog Lesestunden hat Tobi einen sehr ausführlichen Fragekatalog rund um die doch sehr allgemeine Frage „Warum liest du?“ zusammen gestellt. Da ich denke, dass die Antworten darauf recht spannend sein können (auch für mich selbst), werde ich diesen Katalog jetzt einfach mal abarbeiten.

Schnappt euch am besten etwas zu trinken und macht es euch irgendwo gemütlich, es könnte doch etwas länger dauern… 🙂


warum-liest-duWarum liest du?

Ich find diese Frage echt fies, ich meine, warum hat man ein Hobby? Warum spielt jemand ein Instrument oder steigt in seiner Freizeit auf Berggipfel? Weil es Spass macht, weil es einem erfüllt und weil es einfach ein unglaublich gutes Gefühl ist, etwas erreicht und seine Zeit mit einer tollen Aktivität verbracht zu haben. Sei es, weil man ein Musikstück fehlerfrei beherrscht, sich im Gipfelbuch eintragen konnte oder eben weil man ein neues Lieblingsbuch entdeckt hat.
Lesen ist für mich ein Hobby, wie jedes andere auch. Obwohl es von vielen belächelt wird, man sitzt ja nur rum und macht sich die Augen kaputt mit diesen vielen Buchstaben und Worten. Aber dass man sich mit seiner Fantasie auf Reisen begibt, seinen Horizont erweitert und in mehr als nur einer Welt zu Hause ist, wird oft übersehen.

»A reader lives a thousand lives before he dies, said Jojen. The man who never reads lives only one.«

― George R.R. Martin, A Dance with Dragons

Wenn ich genauer darüber nachdenke, waren Bücher schon immer ein Teil meines Lebens. Jeden Abend vor dem zu Bett gehen, wurde mir vorgelesen. Und als ich dann selbst lesen konnte, gab es kein halten mehr. Ich war eine der besten „Kundinnen“ der Schulbibliothek.

Was liest du? Welche Genres bevorzugst du? Liest du auch Klassiker?

Hmmm… Ich glaube, am häufigsten habe ich tatsächlich Krimis und Thriller in meinem Regal stehen. Es gab eine Zeit, da hab ich fast nur solche Geschichten gelesen. Wobei mein Spektrum auch äusserst breit war, von Donna Leon, Ingrid Noll, Martin Suter bis hin zu Henning Mankell, John Grisham oder Stig Larsson ist alles vertreten.
In letzter Zeit lese ich aber vermehrt auch Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg, Fantasy oder wage mich gar an einen Liebesroman. Von daher glaube ich, dass meine Vorlieben für ein gewisses Genre eher von meiner aktuellen Stimmung abhängen, als dass sie einfach wirklich nur Vorlieben sind.
Klassiker lese ich auch, eines meiner liebsten Bücher ist sogar ein Klassiker, „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë. Allerdings finde ich Klassiker oft auch recht zäh und ich habe eine ganze Weile, bis ich sie durch hab. Erst letztens sind sogar zwei auf Englisch bei mir eingezogen. Ich habe mich aber noch nicht dran getraut.

Welche Autoren favorisierst du? Oder hast du keine bevorzugten Autoren?

Ich habe jetzt nicht einen Autor, wo ich mir ohne zu überlegen einfach jedes Buch kaufen würde. Es steht dann schon das Interesse an der Geschichte und die Lust etwas zu Lesen im Vordergrund. Obwohl es mal eine Zeit gab, wo ich einfach jedes Buch von Ingrid Noll gekauft habe. Und auch heute, wenn neue Bücher von Martin Suter oder Simon Beckett erscheinen, überlege ich es mir schon, ob ich es lesen soll oder nicht. Aber es ist nicht mehr so, dass ich ein Buch kaufe, weil ein bestimmter Name drauf steht, der Inhalt ist mir dann doch wichtiger. Ich kann diese Frage daher nicht wirklich besser oder genauer beantworten.

Wo liest du überall? Nur Zuhause, nur in der S-Bahn, überall, …?

Eigentlich würde ich sehr gerne lesen, wenn ich unterwegs bin, sei es im Zug, Bus oder als Beifahrer im Auto. Allerdings muss ich wahnsinnig aufpassen, dass mir nicht schlecht wird, durch das Schaukeln, die Landschaft, die vorbeizieht und das gleichzeitige Konzentrieren auf die Schrift. Ich bin sonst echt nicht anfällig für sowas, aber lesen geht irgendwie nicht. Das Buch habe ich aber trotzdem meistens dabei, manchmal muss man ja auch Wartezeiten überbrücken. 🙂
Wo ich hingegen sehr gut lesen kann, ist im Flugzeug. Und das mach ich dann auch.
Aus obigen Erläuterungen folgt dann ja eigentlich nur eins und zwar, dass ich hauptsächlich lese, wenn ich mich nicht fortbewege, also zu Hause, im Bett, auf dem Sofa, in der Badewanne, oder auch mal im Hotelzimmer, Ferienwohnung, Segelboot (ja, dort hat es wunderprächtig funktioniert), ect.

Liest du viel oder wenig? Wie viel Zeit verbringst du in der Woche mit Lesen? Wie viele Bücher liest du im Schnitt pro Monat/Jahr? Machst du auch längere Lesepausen?

Im Moment würde ich ganz klar sagen, dass ich unglaublich viel lese. Allerdings relativiert sich diese Aussage auch wieder, wenn ich euch sage, dass ich im Januar, Februar und März kein einziges Buch gelesen, geschweige denn angerührt habe. Und es gibt nicht einmal einen wirklichen Grund dafür, oder zählt keine Lust? 🙂
Somit lese ich zwischen 0 und 10 Büchern pro Monat. Und ja, längere Pausen mache ich auch. Und auch die Zeit, die ich in der Woche mit lesen verbringe variiert stark. Allerdings ist mir aufgefallen, wenn ich viel los habe oder oft arbeiten muss, dass ich mir dann mehr Zeit nehme um einfach mal hinzusitzen und zu lesen. So als bewussten Ausgleich zum Alltagsstress. In Zeiten, wo ich weniger arbeite, bin ich irgendwie auch mehr auf Achse und nehme mir somit weniger Zeit für meine Bücher.
Trotzdem habe ich mir vorgenommen jeden Abend vor dem Licht löschen im Bett noch ein paar Seiten zu lesen. Vielleicht ergibt sich so eine Routine.

Liest du schnell oder langsam? Wie viele Seiten liest du ungefähr in einer Stunde?

Ich muss gestehen, ich bin etwas eine Schnellleserin. Kerl meint manchmal scherzhaft „Hast du das Buch überhaupt gelesen?“ Und manchmal ist das echt nicht von Vorteil, von manchen Büchern könnte ich nämlich die Handlung nicht mehr wiedergeben. Das war übrigens auch mit ein Grund, warum ich mit Buchrezensionen angefangen habe, so bin ich gezwungen, die Bücher genauer zu lesen.
In Spitzenzeiten kann es also vorkommen, dass ich gut 100 Seiten in einer Stunde lese. Allerdings bleibt dann meist wirklich nicht viel hängen. Daher sind es dann doch oft weniger, irgendwas zwischen 50-80 Seiten.

Wie viele Bücher liest du in der Regel gleichzeitig?

Meist lese ich ein bis zwei Bücher gleichzeitig. Und meist gibt es neben diesen ein bis zwei Büchern noch weitere ein bis zwei Exemplare, in welchen ich schon seit Monaten oder gar Jahren feststecke. Wie zum Beispiel „Christmasland“ von Joe Hill, dass ich bereits zum zweiten Mal von vorne begonnen habe und wieder an ungefähr der gleichen Stelle feststecke, wie schon zu Weihnachten letzten Jahres. Tja nu.

Welche Formate bevorzugst du? Taschenbücher, gebundene Bücher, broschierte Bücher, Prunkausgaben?

Das meiste, was ich in meinem Regal stehen habe sind Taschenbücher und gebundene Ausgaben. Da hab ich jetzt auch nicht gross eine Vorliebe.
Prunkausgaben kaufe ich mir selbst eigentlich nicht. Wenn dann lasse ich sie mir lieber schenken. So habe ich zum Beispiel eine wunderschöne Sammlung von Andersens Märchen auf meinen letzten Geburtstag geschenkt bekommen.

Legst du Wert auf eine hochwertige Verarbeitung deiner Bücher? Spielt die Optik des Buches eine Rolle für dich?

Natürlich habe ich lieber Bücher, die sich gut anfühlen in der Hand, die stabil sind und nicht nach einmal lesen schon total zerfleddert sind. Allerdings muss ich auch sagen, hab noch nie ein solches Buch besessen. Die Bücher, die ich beim Buchhändler meines Vertrauens oder online erwerbe, sind alle von guter Qualität.
Die Optik spielt insofern eine Rolle, dass sie das erste ist, dass mir ins Auge fällt. Ist das Cover eines Buches gelungen, sind die Farben harmonisch oder extra knallig, so springt es mir halt als erstes ins Auge und weckt meine Aufmerksamkeit. Und ja, ich gebs zu, ich hab auch schon ein Buch im Laden gelassen, weil ich wusste, dass es eine Ausgabe gibt, die mir optisch besser gefällt.
Ein Buch kann allerdings optisch noch so ein Hingucker sein, wenn mich der Inhalt nicht interessiert, landet es nicht in meinem Einkaufskorb. Und auch wenn mich der Inhalt absolut interessiert, dann ist die Optik zweitrangig.

Liest du auch Ebooks? Wenn ja wie oft und welche Bücher?

Ja, ich lese auch eBooks, allerdings nicht mit so viel Freude und Genuss wie „richtige“ Bücher.
Irgendjemand nannte mich mal einen „sinnlichen Leser“, weil ich es mag, wie Bücher riechen, sich in der Hand anfühlen oder tönen, wenn die Seiten umgeblättert werden. Zudem kann ich bei einem „richtigen“ Buch auch einfach besser abschätzen, wie viel ich bereits gelesen habe, oder wie viel noch vor mir liegt.
Ja, mein Lesevergnügen ist wesentlich grösser mit einem Buch in meiner Hand, als dem eBook-Reader.
Bei den meisten Bücher, die ich auf meinem eBook-Reader habe, war ich mir auch sehr unschlüssig, ob ich sie mir wirklich kaufen soll. Da ich es dann aber doch nicht lassen konnte, hab ich mein Gewissen wenigstens damit beruhigt, dass eBooks wesentlich günstiger sind als Bücher aus Papier. „Christmasland“ ist auch eines jener Bücher, die ich mir auf den Reader geladen habe. Das ist mitunter auch ein Grund, warum ich immer wieder darin feststecke.

Wo versorgst du dich mit neuen Büchern? Beim Buchhändler ums Eck? In der Bibliothek? Aus dem Bücherbus?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ganz oft online bestelle, obwohl ich es eigentlich liebe, durch die Auslagen beim Buchhändler meines Vertrauens zu stöbern. Aber wenn ich dann mal im Geschäft bin, dann wird es meist auch ein Grosseinkauf…
Einen Bücherbus gibt es bei uns in der Gegend nicht, dafür gibt es im Freibad eine Tauschbibliothek, die ich ab und zu nutze. Meist lacht mich aber kein Buch an, oder sie sehen schon so abgenutzt und schmuddelig aus, dass ich sie gar nicht mehr anfassen möchte.
Als Kind und Jugendliche war ich eine äusserst eifrige Bibliothekgängerin, meist ging ich zweimal die Woche und brachte am Freitag die Bücher vom Montag wieder retour. Leider hat sich dies mit den Jahren aber etwas gelegt. Zum Teil aus zeitlichen Gründen, dass ich oft die Bücher nicht fertig gelesen hatte während der Ausleihfrist und immer extra bei der Bibliothek vorbei fahren musste, um diese zu verlängern. Aber ein grosser Teil ist auch einfach Faulheit, ich hab keine Lust mehr nach der Arbeit in die Bibliothek zu fahren. Und jene bei uns im Dorf ist auch bei weitem nicht so gut bestückt, wie jene in meiner Heimatstadt.

Kaufst du auch gebrauchte Bücher?

Sachbücher oder Bücher für mein Studium ja, weil die einfach sauteuer sind. Da find ich es auch immer spannend, was mein Vorgänger so angestrichen hat, oder was für Notizen er reingekritzelt hat.
Bücher, die ich in meiner Freizeit lese, kaufe ich eher neu. Da stören mich Anmerkungen und Kritzeleien sehr. Und da mag ich es auch nicht, wenn ein Buch verbraucht aussieht. Ich habe kein Problem damit, wenn ich es brauche und meine „Lesespuren“ sichtbar sind. Aber ich möchte kein schon gelesenes Exemplar kaufen.

Wieviel bist du bereit für ein gutes Buch auszugeben?

Das habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nie so genau überlegt, denn zwischen 12.- und 40.- Franken muss man in der Schweiz einfach für ein neues Buch rechnen, je nach Seitenzahl, wie neu (oder alt) es ist und ob Hardcover oder Paperback. Und das ist für mich auch absolut im Rahmen.

Verleihst du Bücher? Wenn ja an wen und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Ja, ich verleihe Bücher. Allerdings führe ich auch Buch darüber, wem ich welches Buch geliehen habe. Und von Zeit zu Zeit frage ich auch nach, ob es schon fertig gelesen worden ist und ich es wieder haben kann.
Bis jetzt habe ich noch jedes Buch in gutem Zustand wieder zurück bekommen. Ich denke da hatte ich einfach Glück, wenn ich so die Geschichten von anderen höre. Oder die richtigen Freunde.

Wie viele Bücher hast du im Schnitt auf deinem Stapel ungelesener Bücher? (Alternativ: wie viele Regale ungelesener Bücher hast du?)

Ehrlich, ich schaue, dass mein Stapel ungelesener Bücher möglichst klein und überschaubar bleibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mehr als 10 Bücher darauf warten von mir gelesen zu werden. Alles was darüber ist, stresst mich auch ungemein. Momentan warten 6 Bücher darauf, dass ich sie lese.
Dafür muss ich gestehen, ist meine Wunschliste schier endlos.

Wo bei dir Zuhause hast du überall Bücher?

Ich habe Bücherregale im Büro, im Wohnzimmer und in der Küche. Im Büro sind eher so die Sachbücher oder Schinken fürs Studium untergebracht. Meine Schätze lagere ich im Wohnzimmer und in der Küche gibt es einen Platz für die Kochbücher.
Jene Bücher, die ich grad am lesen bin, schleppe ich immer mit mir rum, so liegen sie mal im Schlafzimmer auf dem Nachtkästchen, auf dem Sofa oder auf dem Esstisch.

Wie sortierst du deine Bücher im Regal?

Hauptsächlich nach Autor, die Bücher des gleichen Autors stehen nebeneinander, wobei Reihen chronologisch geordnet werden. Ich ordne sie aber weder nach Alphabet, noch nach Farbe, noch nach Genre. Das steht alles wild durcheinander, oder eben so, dass es für mich einen ästhetisch schönen Eindruck ergibt.

Was nutzt du als Lesezeichen? Oder knickst du die Seiten ein?

Ich nutze verschiedene Lesezeichen. Wenn ich viel unterwegs bin und ein Buch dabei habe, dann benutze ich gerne jenes, dass an einem Ende einen Gummi befestigt hat, den ich um das ganze Buch spannen kann. So fällt nix raus.
Für zu Hause habe ich jedoch eine Klammer mit meinem Namen eingraviert, die mir mein Kerl einmal von seinen Reisen mitgebracht hat. Oder eines mit einem Kunstdruck von Hundertwasser drauf.
Und wenn gar nichts zu Hand ist, dann kicke ich auch mal eine Seite um. Ich bin nämlich der Meinung, man darf einem Buch auch bis zu einem gewissen Grad ansehen, dass es gelesen wurde oder wird.

Wenn du mit dem Lesen pausierst, liest du dann das Kapitel immer zu Ende oder hörst du auch mal mittendrin auf?

Das kommt ganz auf die Situation an. Generell bin ich sicher jemand, der lieber das Kapitel oder mindestens den Abschnitt zu Ende liest, bevor er das Buch zu klappt.
Lese ich aber zum Beispiel beim Arzt im Wartezimmer und werde aufgerufen, so klappe ich das Buch halt da zu, wo ich grad bin.

Worauf achtest du beim Kauf eines Buchs? Was für Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit du es dir kaufst? Spielt der Verlag eine Rolle?

Ich habe das Gefühl, dass ich nicht spezielle Kriterien habe, die ein Buch zwingend erfüllen muss, damit ich es kaufe. Am wichtigsten ist ganz klar der Inhalt, spricht mich die Geschichte, der Klappentext an. Wenn da nichts in mir drin passiert, kann ein Buch noch so toll aussehen oder hochwertig verarbeitet sein, dann kauf ich es nicht.
Natürlich spielt wie bereits erwähnt die Optik eine Rolle, da das nun mal einfach das erste ist, dass mir als Käufer ins Auge springt. Und tönt dann der Titel noch spannend, dann lese ich mir definitiv den Klappentext durch.
Aber im Endeffekt ist es eine Mischung aus Cover, Titel, Klappentext, evt. Autor und Bauchgefühl, die mich bei einem Kaufentscheid leiten. Der Verlag spielt absolut keine Rolle, ich achte da überhaupt nicht drauf.

Wirfst du Bücher in den Müll?

Nein, dann stelle ich sie vorher in einen öffentlichen Bücherschrank oder bringe sie in die Brockenstube. Dann hat wenigstens noch jemand Freude daran.

Wie belesen ist dein Bekannten- und Freundeskreis? Kennst du Menschen, die kein Buch besitzen?

Ein paar meiner Freunde lesen auch richtig gerne, allerdings glaube ich, dass ich mit Abstand am meisten Bücher verschlinge von allen. Und wirklich austauschen über Bücher tun wir uns nicht. Woran das liegt kann ich nicht wirklich sagen, es ist einfach nie Thema, wenn wir uns treffen.
Und ja, ich kenne Menschen die wenige bis gar keine Bücher besitzen. Mein Kerl gehörte auch zu dieser Gattung. Bevor er mich kannte, besass er jeweils genau ein Buch und zwar jenes, dass er gerade las. Und wenn er damit fertig war, wanderte es aufs Altpapier oder in einen öffentlichen Bücherschrank. Er liest kein Buch zweimal. Und auch heute, werden Bücher gelesen und dann ins Regal gestellt und vergessen.

Was für eine Rolle spielen Bücher in deinem Berufsleben?

Leider nur eine sehr kleine und wenn dann nur pädagogische Literatur, Lehr- oder Sachbücher.

Brichst du Bücher ab, wenn dir der Inhalt nicht zusagt?

Sehr selten, meist will ich dann doch wissen, wie die Geschichte ausgeht und kämpfe mich durch die Seiten. Nur ganz selten breche ich ein Buch wirklich ab, weil ich mich auf jeder zweiten Seite ab irgend etwas nerve, oder der Geschichte überhaupt nicht folgen kann.

Bittet man dich im Freundes- und Bekanntenkreis um Buchtipps?

Ich muss gestehen, eher selten. Irgendwie ist das Lesen auch nie wirklich Thema in unseren Gesprächen. Aber natürlich erzähle ich auch manchmal von einem Buch, dass ich gelesen habe und besonders toll oder berührend oder aufwühlend fand.

Wenn deine Bücher plötzlich alle verloren gehen (z.B. Feuer, Hochwasser, böse Fee, …), welche drei Bücher würdest du dir sofort neu bestellen?

Ganz ehrlich? Ich weiss nicht, ob ich das tun würde. Versteht das nicht falsch, ich liebe alle meine Bücher, aber eben auch genau jene Bücher, die in meinem Regal stehen. Die sind alle auf ihre Weise unersetzbar und speziell für mich. Zu fast jedem könnte ich euch eine Geschichte erzählen. Im Handel bekomme ich halt keine Bücher mit Widmungen vom Patenonkel oder alte, zerlesene Exemplare meiner Mutter.
Ich würde wohl eher meine Bibliothek wieder komplett neu beginnen, als mir drei Bücher wieder neu anschaffen.

Gehören ein Heißgetränk und Kekse zum Leseabend?

Nein, nicht unbedingt, aber warme Socken und die Kuscheldecke schon eher. 🙂

Hörst du während dem Lesen Musik, oder muss bei dir völlige Stille herrschen?

Mal so, mal so. Das kommt immer auf meine Stimmung draufan. Ich kann übrigens auch bei laufendem Fernseher hervorragend lesen. So passiert es oft, dass Kerl sich einen Film anguckt und ich meine Nase in ein Buch stecke.

Liest du Bücher mehrmals? Wenn ja welche und warum?

Ja, das passiert sogar sehr oft. Ich lese sowohl Krimis, als auch Historische Romane, Horrorbücher oder Fantasygeschichten mehr als einmal. Und zwar einfach, weil ich die Bücher toll fand und gerne nochmals in diese Welt und die Geschichte abtauchen möchte. Vielleicht hat es auch ein kleines bisschen damit zu tun, dass ich sehr schnell lese und oft auch viel von der Geschichte wieder vergesse. Aber meist lese ich ein Buch ein zweites oder drittes Mal, weil ich einfach Lust dazu habe.

Markierst du dir Stellen in einem Buch? Wenn ja wie?

Meine Lehrbücher fürs Studium sind voll mit meinen Anmerkungen, Post-its und anderen Kritzeleien. Solche Bücher finde ich, sind Arbeitsinstrumente, mit ihnen wird gelernt, das darf man auch sehen. Da stören mich geknickte Seiten und Eselsohren auch überhaupt nicht.
In meine „Freizeitbücher“ schreibe ich grundsätzlich nicht (ausser es ist eine Widmung oder ein Autogramm), da mir dort die Optik dann doch zu wichtig ist. Anmerkungen nehme ich ausschliesslich mit Post-it Zettelchen vor, welche nach dem Lesen auch fein säuberlich wieder entfernt werden. Aber auch bei diesen Büchern finde ich es nicht schlimm, wenn es mal ein Eselsohr gibt, oder Leseknicke. Ich habe das Buch ja schliesslich gekauft, weil ich es lesen wollte und nicht, damit es einfach möglichst gut in meinem Regal ausschaut. Ich finde, es gibt nichts schlimmeres, als eine Bibliothek, die ausschaut, als wäre keines der Bücher darin je gelesen worden.


Phuu! Das waren eine Menge Fragen. Ich hoffe ihr hattet solchen Spass meine Antworten zu lesen, wie ich hatte, sie zu beantworten. Über viele Dinge habe ich vorher noch gar nie nachgedacht, sondern einfach gemacht, gekauft oder gelesen. Aber es ist schon interessant, wenn man sein eigenes Leseverhalten mal reflektiert und etwas genauer betrachtet.unterschrift

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