Montagsfrage | #5 – sympathische Antagonisten

Wie jeden Montag findest du auch heute auf Svenja’s Blog Buchfresserchen eine Frage rund ums Thema Bücher, Lesen und Bloggen. Durch einen Klick auf den Link gelangt ihr zu den Regeln und zur Frage.

Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

So ganz spontan würde ich sagen: Ja, das gibt es immer wieder. Es kommt aber mindestens ebenso oft vor, dass mich die Antagonisten einfach nur nerven und ich die total blöd finde.
Ich glaube, ich finde die Antagonisten oft spannender, weil ich selbst halt (meist) absolut nicht so veranlagt bin. Grad wenn ich an Krimis denke, mir käme es ja nie in den Sinn, jemanden umzubringen, nichts liegt meinem Wesen ferner. Aber umso spannender ist es, in deren Gedankenwelt einzutauchen und Geschehnisse aus deren Blickwinkel zu betrachten, vielleicht auch eine Antwort auf die Frage nach dem Warum zu erhalten.
Meist empfinde ich die Antagonisten auch als vielschichtiger und facettenreicher, sie sind oft nicht einfach nur schlecht oder böse, sondern weisen eine Vielzahl der unterschiedlichsten, oft auch gegensätzliche Charakterzüge auf, die einem nie genau wissen lassen, wie die Person jetzt handelt. So habe ich schon ganz viele Überraschungen erlebt, man denke nur an Severus Snape aus dem Harry Potter Büchern, zuerst der Antagonist schlecht hin und plötzlich ist man sich da nicht mehr so sicher. Oder auch Gollum aus Herr der Ringe, ist er jetzt wirklich ein Gegenspieler oder nicht?
Und ich glaube auch, dass ein „guter“ Antagonist die Protagonisten weiter bringt, er zwingt sie, sich selbst zu überdenken, sich weiter zu entwickeln und über sich hinauszuwachsen.
Wo mich die Antagonisten meist einfach nur nerven, ist in Liebesromanen oder einzelnen Jugendbücher, wenn es einfach Charaktere gibt, die nur dazu da sind, irgendwo drein zu pfuschen oder im falschen Moment aufzutauchen, oder etwas zu finden, dass eigentlich nicht für sie bestimmt ist. Solch eindimensionale Figuren, die eigentlich nichts oder nur wenig zur Geschichte beitragen, finde ich oft einfach nur blöd.

Aber seien wir mal ehrlich, was wäre Sherlock Holmes ohne Moriarty oder Peter Pan ohne Captain Hook? Was wäre mit der Geschichte von Momo ohne die grauen Herren oder wer wäre Harry Potter ohne Voldemort? Wie spannend wäre ein Liebesroman wirklich ohne diese blöden, drein pfuschenden Figuren? Eben.
Irgendwie sind die Antagonisten halt doch das Salz in der Suppe.

Habt ihr Antagonisten, die ihr interessanter findet als die Protagonisten? Ich würde mich über ein paar Kommentare diesbezüglich sehr freuen.

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