[Buchbesprechung]: „Kalte Asche“ von Simon Beckett

 

»Ein Schlag, der kräftig genug ist, die Schädeldecke zu zerbrechen, erzeugt Risse, die aussehen wie Blitze am Himmel und die vom Zentrum des Aufschlags ausgehen. Normalerweise sind sie nicht zu übersehen, in diesem Fall hatte ich allerdings keine gefunden. Aber ich hatte an der falschen Stelle gesucht. […]
Der Schädel war tatsächlich im Feuer explodiert, allerdings an einer Stelle, die bereits geschwächt gewesen war.« (S. 101)

Erster Satz:

Bei entsprechender Temperatur brennt alles.

Klappentext:

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod.
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles.
Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiss er sofort: Dieser Tod war kein Unfall.
Er will die Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Aussenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord…

Idee/Umsetzung:

Auch bei diesem Buch von Simon Beckett muss ich sagen, dass ich das Inselthema, das Abgeschnitten sein von der Aussenwelt auf einer Insel, nicht neu finde (Und dann gabs keines mehr von Agatha Christie). Das Rad wird nicht neu erfunden, aber das muss es zum Glück ja auch nicht. Spannend ist die Idee nämlich allemal und Beckett setzt sie auch solide um. Und überrascht den Leser am Ende mit einem Cliffhanger.kalte-asche2

Schreibstil:

Simon Beckett versteht es perfekt stimmungsvolle Bilder zu zeichnen, so dass man als Leser wirklich das Gefühl hat, nahe am Geschehen zu sein. Wie auch im Vorgänger „Die Chemie des Todes“ wechseln sich nüchtern, beschreibende Teile mit stimmungsvollen und actionreichen Szenen ab, was für mich ein besonderes Lesevergnügen ist.
Ich mag die einerseits sehr klare und eindeutige Sprache von Beckett, mit der er es dennoch vermag detailreiche Bilder zu malen.

Charaktere:

Der Rechtsmediziner David Hunter steht erneut im Zentrum des Buches. Ich empfinde es jedoch als angenehm, dass sich der Autor nicht mehr so ausführlich über die privaten Probleme und das Gefühlsleben des Protagonisten auslässt. Hatten wir das doch im ersten band zu genüge.
kalte-asche3So kann sich Beckett etwas mehr auf Nebencharaktere wie Sergeant Fraser oder Michael Strachan konzentrieren, die er deutlicher zeichnet, als die Nebencharakter im ersten Buch.

Dadurch, dass Simon Beckett sich nicht so sehr in den Gedankengängen seines Protagonisten verliert, gewinnt die Handlung, sie wird rasanter und treibender.

Cover/Innengestaltung:

Ein gelungenes Cover meiner Meinung nach. Es schafft eine gute Verbindung zum ersten Band. Ich bin gespannt, sie die Covers der weiteren Bände aussehen.
Die Innengestaltung ist und schnörkellos, wie üblich.

Fazit:
Lese-TippAuch für diese äusserst gelungene Fortsetzung gibt es von mir den lese-Tipp. Für das Highlight hat es auch hier nicht ganz gereicht, da ich die Handlung (bis auf den Epilog) wenig überraschend oder „neu“ fand. Dennoch habe ich auch dieses Buch verschlungen und freue mich auf die weiteren Bände.


Verlagsinfo:

kalte-asche

Durch einen Klick auf das Cover gelangt ihr zur Verlagsseite.

Verlag:  rororo
Erscheinungstermin:  01.08.2008
432 Seiten
ISBN:  978-3-499-24195-6
übersetzt von: Andree Hesse
Reihe:  David Hunter

 

Die Reihe:

Chemie des Todes | Kalte Asche | Leichenblässe | Verwesung | Totenfang

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

9 Kommentare zu „[Buchbesprechung]: „Kalte Asche“ von Simon Beckett

    1. Es ist wirklich ein tolles Buch, ich empfehle die David Hunter-Reihe auch jedem der gerne Thriller und Krimis liest. Aber für den goldenen Stern hat mir dann doch dieses „gewisse Etwas“ noch gefehlt. 🙂
      Hättest du ihm den goldenen Stern gegeben?

      Gefällt 1 Person

      1. Kommt natürlich darauf an, was man als „das gewisse Etwas “ bezeichnet. Das kann von Person zu Person varieren. Das ist etwas schwierig zu sagen. Jede Person sieht das Buch anders – folglich würde jeder Leser dem Buch eine andere Wertung geben – deshalb finde ich auch dieses Sternesystem zwar ganz gut, aber das ist nur eine Sicht…

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      2. Jede Rezension ist immer nur eine Sicht auf das Buch, nämlich die des Lesers, ob man sie nun in Textform verfasst oder Sterne gibt. 🙂

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