[Unterwegs]: Von durstigen Ziegen und steinigen Wegen

«The mountains are calling and I must go.» – John Muir

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Heute war einer jener Tage, die nach Sommer und Sonnencreme schmecken und an denen man jeden Eid schwören würde, dass sie Grosses für einem bereit halten.
So zogen Kerl und ich los für eine Bergtour im wunderschönen Alpstein-Gebirge. Dieses liegt in der Ostschweiz, unweit des Bodensees und bietet einen massigen  und spektakulären Anblick.

Das einzige Ziel, das schon im vornherein fest stand, war das Berggasthaus Aescher unterhalb der Ebenalp. Von allem anderen liessen wir uns überraschen. Natürlich waren wir ausgerüstet, in den Alpstein sollte man sich nun wirklich nicht leichtsinnig begeben, wir hatten genug dabei, falls die Tour länger werden sollte.

Kerl und ich machten uns also in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, es sollte ja schliesslich ein heisser Tag werden, da wollten wir die morgendliche Kühle nutzen. Um kurz vor 9 erreichten wir Wasserauen, von wo aus eine Luftseilbahn auf die Ebenalp fährt und erlebten erst mal unser blaues Wunder. Neinnein, die Seilbahn steht noch, keine Angst. Aber der riesige Parkplatz davor und dahinter und daneben … alles voll! Wo kommen bloss all die Leute her?! Wir waren kurz davor wieder umzukehren.
Zum Glück haben wir uns aber doch nicht abschrecken lassen, uns wäre nämlich ein wundervoller Tag entgangen.

Oben angekommen entschieden wir uns aufgrund der Menschenmassen, die Richtung Wildkirchli und Aescher strömten, den Weg auf den Schäfler unter die Füsse zu nehmen. Von der Ebenalp aus ein Aufstieg von knapp 1h und 25min, laut Wegweiser. Naja, wir hatten nur gut 1h. Im Berggasthaus gönnten wir uns dann eine Rast und eine heisse Schokolade. Manchmal denke ich, im Alpstein müsste man nicht wirklich Proviant mitnehmen auf eine Wanderung, auf beinahe jeder Alp gibt es eine Wirtschaft. Aber natürlich gibt das einem der Kopf nicht zu und bei den heutigen Temperaturen wäre es auch definitiv nicht klug gewesen.

Nach unserer Rast wandten wir uns weiter nach Westen und wanderten an einer grossen roten !DANGER! Tafel vorbei. Ab hier war gutes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich. Und wie sich herausstellte nicht zu unrecht. Der Weg ist mit Drahtseilen gesichert und stellenweise sehr abschüssig oder direkt in der Felswand angelegt. Dementsprechend heiss war es auch, so direkt am Gestein und wir schwitzten wie blöd. Die Aussicht auf den Säntis und die Aegetenplatte war dafür genial.
Wir kämpften uns bis zu den Altenalptürmen weiter. Als dann jedoch der Abzweiger zur Altenalp selbst in Sicht kam, entschieden wir uns, dass es jetzt genug sei. So wanderten wir Richtung Altenalp zurück zum Berggasthaus Aescher was ja unser eigentliches Ziel war. Dieser Weg führte über Bergwiesen und angenehm kühle Tannenwäldchen.

Dass wir uns dem Berggasthaus näherten, merkten wir rasch. Plötzlich kamen uns nämlich wieder Heerscharen von Wanderern entgegen und die üblichen Touris mit ihren Turnschühchen und Dior-Täschchen.
Ich bin jedesmal wieder fasziniert, wie sich das Berggasthaus Aescher an die Felswand schmiegt und so einer schmalen Terrasse Platz bietet. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen und kehrten in dieser einmaligen Atmosphäre ein und gönnten unseren müden Füssen eine Rast.

Der Rückweg zur Bergstation der Luftseilbahn führte uns noch vorbei am Wildkirchli, einer Felsgrotte, die für Gottesdienste genutzt wird und durch die Bärenhöhlen, wo in der Steinzeit Höhlenbären lebten.

Alles in allem dauerte die Tour 5h, inklusive Pausen. Aber uns hat es gereicht, bei dieser Hitze macht man einfach schneller Schlapp als gewöhnlich. Schön war es allemal.

Ausrüstung:

Wanderkarte der Region Obertoggenburg/Alpstein 1:25’000, die Wege sind aber hervorragend ausgeschildert
Bergschuhe, am Besten mit gutem Profil und Verstärkung über den Knöcheln
Wanderrucksack, gefüllt mit reichlich Proviant und Getränken
Wanderstöcke, je nach Bedarf
Sonnenhut
Sonnencreme
Rucksackapotheke
, gefüllt mit allerlei gegen Schürfungen, Prellungen ect. sowie Leuchtraketen und Wärmedecke

Auf den Regenschutz haben wir heute verzichtet.

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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

2 Kommentare zu „[Unterwegs]: Von durstigen Ziegen und steinigen Wegen

    1. Die überschaubare Grösse mag ich so am Alpstein und das Wilde und Zerklüftete und dann die doch wieder sehr sanften Alpwiesen. Ein Gebirge voller Kontraste. 🙂
      Herzlich
      Träumerherzchen

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